Mettmann Der erste Spargel des Jahres ist schon da

Mettmann · Die Vegetation ist ihrer Zeit weit voraus, die Spargelernte geht nächste Woche los. Die Landwirte sind zufrieden.

 Spargelbauer Peter Wiemer wird in der nächsten Woche auf seinen Mettmanner Feldern mit der Ente beginnen.

Spargelbauer Peter Wiemer wird in der nächsten Woche auf seinen Mettmanner Feldern mit der Ente beginnen.

Foto: Janicki

Das schöne und vor allem warme Frühlingswetter lässt nicht nur die Betreiber von Eisdielen jubeln, auch die Landwirte haben schon richtig viel zu tun. Bereits vor einigen Tagen haben sich die ersten Spargelstangen hervorgewagt, Spargelbauer Peter Wiemer entdeckte sie auf einem seiner Hildener Felder. Aber auch in Mettmann sind die weißen und grünen Stangen auf dem Vormarsch, mehr als zwei Wochen zu früh. "Das ist schon ein Wahnsinn", erklärt Wiemer, "das Wetter ist einfach sehr extrem, das erkennt man ja schon daran, dass bereits Anfang März Waldbrandgefahr herrscht."

Auf die Qualität des Spargels hat die sehr frühe Ernte keinen Einfluss, dafür aber auf die Arbeitslast von Wiemer. "Wir haben noch gar nicht genug Arbeitskräfte hier, weil es eigentlich viel zu früh ist." Auf 22 Hektar baut er Spargel an, von ganz frühen bis zu ganz späten Sorten, um den Kunden die gesamte Spargelsaison genug anbieten zu können. Er hofft auf einen Ertrag von 60 bis 70 Tonnen in diesem Jahr, im Gegensatz zum vergangenen Jahr, als das nasse und kalte Frühjahr ihm einen Strich durch die Rechnung machte.

Deshalb ist er auch nicht traurig, dass es in diesem Jahr so warm und trocken ist. Ab der nächsten Woche soll es mit der Ernte richtig losgehen. Verkauft wird erst einmal nur auf dem Hofladen von Gut Kuhlendahl, bis zu 13,50 Euro wird ein Kilo voraussichtlich kosten.

"Allgemein ist die Vegetation sogar schon vier bis fünf Wochen früher dran als normalerweise", erklärt Johannes Kircher, Ortsvorsitzender der Ortsbauernschaft Mettmann. Er und seine Kollegen sind schon seit Wochen jeden Tag draußen auf ihren Feldern und verrichten Arbeiten, die eigentlich erst Ende März oder sogar im April gemacht werden sollten. So wurden bereits Kartoffeln und Rüben gesät, fünf Wochen früher als üblich.

Negative Auswirkungen sind durch den vorgezogenen Frühling nicht zu erwarten. "Durch den fehlenden Frost könnte es verstärkten Schädlingsbefall geben", so Kircher. Allerdings gebe es dafür keine Garantien. "2013 hatten wir einen sehr langen und harten Winter und trotzdem viele Schädlinge", sagt Kircher. Kritisch könnte es allerdings werden, wenn es im April oder Mai noch einmal starken Frost gebe. "Dann wären die Pflanzen schon sehr weit und es könnte massive Schäden geben."

Aber mit einer Rückkehr des Winters rechnet Johannes Kircher jetzt eigentlich nicht mehr. Obwohl er im Februar und März für gewöhnlich mehr Aufgaben im Büro erledigt als auf seinen Feldern, hat er in diesem Jahr bereits alle Frühjahrsdüngungen bei dem Getreide und dem Raps absolviert und kann ihnen täglich beim Wachsen zuschauen. "Es ist alles schon sehr weit emporgeschossen."

(RP)
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