1. NRW
  2. Städte
  3. Mettmann

Den Kaffee gibt’s mit Holzgeruch

Neues Start-up in Mettmann : Start-up in der City – und den Kaffee gibt’s mit Holzgeruch

Das Mettmanner Unternehmen Cuna hat Kaffeebecher aus recycelbarem Naturmaterial entwickelt. Bis September präsentiert es sich im ehemaligen Ladenlokal der UBWG, das jetzt Sandra Pietschmann als Stützpunkt dient.

Angefangen hat alles 2018. „Eigentlich wollten wir in den Verkauf von Kaffee gehen“, erzählt Rafael Dyll, einer der Gründer des Startup-Unternehmens „Cuna“. Doch bei der Auseinandersetzung mit dem Kaffee-Geschäft stolperten die beiden Gründer über die erschreckend hohe Zahl von Einwegbechern und änderten ihre Strategie. Statt Kaffee verkaufen sie nun selbst entwickelte Mehrwegbecher aus biologischem Material. Dabei brachten die beiden genau die richtigen Fähigkeiten für dieses Produkt mit. „Ich komme aus der Werbebranche“, erzählt Rafael Dyll, „der andere Mitgründer kennt sich mit dem Thema Kunststoffe aus.“

So wurde beides zusammengeführt. Die in Mettmann ansässige Firma „Cuna“ entwickelte ein ölfreies pflanzliches Material, aus dem sie zunächst einmal Mehrweg-Kaffeebecher herstellen. Doch dabei soll es nicht bleiben. Mittlerweile haben sie Prototypen von Trinkflaschen, Schüsseln und anderen nützlichen Gegenständen fertigen lassen.

„Alles, was man aus Plastik herstellen kann, kann man auch aus unserem Material fertigen“, erklärt Rafael Dyll. Für die Kaffeebecher wurde mit dem Franchise Unternehmen „Espresso Perfetto“ bereits ein Großkunde gewonnen, auch das Land NRW gehört zu den Kunden. Doch „Cuna“ möchte gar nicht in die Ferne schweifen, sondern die Bäckereien und Cafés der Region gewinnen und natürlich auch die Endverbraucher. Aus diesem Grund bezog das Unternehmen nun für einige Zeit ein Ladenlokal an der Freiheitsstraße, um sich den Mettmannern zu präsentieren – es ist zugleich das ehemalige UBWG-Büro, das jetzt Bürgermeisterin Sandra Pietschmann nutzt.

Für die Endverbraucher wurde extra der Kaffeebecher Eco entwickelt. Der Corpus des Bechers besteht aus dem Pflanzenmaterial, der Deckel ist in drei verschiedenen Farben erhältlich. Der Kaffeebecher wird zum Mehrwegbecher – das ist das erklärte Ziel von „Cuna“: „Der Becher soll als Mehrwegprodukt gelebt werden“, erklärt Dyll, der überzeugt ist, die Mettmanner damit begeistern zu können. „Obwohl es biologisches Material ist, sind die Becher spülbar“, betont Dyll. Und das bis zu 500-mal. Selbst dann sind die Becher nicht abgenutzt, sie verblassen lediglich. „Der CO2-Abdruck wird immer kleiner, je öfter ein Produkt benutzt werden kann.“

Wer seinen Kaffee aus dem Cuna-Becher trinkt, kann sogar riechen, dass er aus pflanzlichem Material besteht, denn anfangs verströmt er einen angenehmen Duft nach Holz.

Das Produkt ist nicht nur recyclebar, sondern wird von „Cuna“ auch selbst recycelt. „Wir holen die Becher bei den Großkunden ab, granulieren sie und stellen neues Material daraus her“, erzählt Dyll. „Dafür bekommt der Kunde einen Rabatt auf die Folgebestellung.“

Der Umweltschutzgedanke hört für „Cuna“ nicht beim Produkt auf, sondern geht bei der Verpackung weiter. „Der Karton, in dem der Kaffeebecher verkauft wird, ist aus Graspapier“, verrät Rafael Dyll, „dafür braucht es weniger Holz.“

Der Pop-up Store, Freiheitsstraße 16, ist Dienstag bis Freitag zwischen 12 und 18 Uhr und samstags von 10 bis 16 Uhr geöffnet.