Demo gegen Rechts in Mettmann

Mettmann : Große Demo gegen Neonazis geplant

Ein Aktionsbündnis bereitet für Samstag eine Demonstration und eine Kundgebung gegen Neonazis in der Mettmanner Innenstadt vor.

Viele Mettmanner sind verärgert: Wenn sie im Vorfeld vom Aufmarsch der Neonazi-Partei „Der III.Weg“ in Mettmann gewusst hätten, dann wären sie auf die Straße gegangen und hätten ihren Unmut gegen eine solche rechte Demo geäußert. Das sagen auch RP-Leser auf der Facebook-Seite dieser Redaktion. Noch immer ist das Unverständnis in der Bürgerschaft groß, dass Bürgermeister Thomas Dinkelmann es nicht für nötig gehalten hatte, zumindest die Fraktionsvorsitzenden im Vorfeld über den Aufmarsch der Neonazis zu informieren. So aber mussten viele Mettmanner am Straßenrand mitansehen, wie die Neonazis durch die Stadt marschierten.

Die Möglichkeit, gemeinsam und mit großer Zahl gegen Rechts Flagge zu zeigen, bietet sich nun am Samstag: Ab 11 Uhr soll eine große Demonstration durch die Stadt ziehen. Aufgerufen haben dazu Parteien, die Werbegemeinschaft Mettmann-Impulse und andere Vereinigungen und Verbände. Fraktionschefs und Mettmann-Impulse haben am Montagabend unabhängig voneinander beraten und entsprechend entschieden.

Der Vorstand von Mettmann-Impulse plant für Samstagvormittag eine Kundgebung auf dem Platz am Königshof. „Wir wollen eine gemeinsame Aktion mit der Demo veranstalten“, sagte gestern Me-Impulse-Vorstandsmitglied Ingo Grenzstein, der auch ein Logo zum Thema entworfen hat. Der „bunte Zug durch die Innenstadt“ startet um 11 Uhr am Beginn der Fußgängerzone Neanderstraße/Freiheitstraße, führt zum Markt und St. Lambertus, verweilt dort und zieht dann weiter durch die Innenstadt zum Mahnmal und zur evangelischen Kirche, um dann in die bunte Veranstaltung um 12 Uhr von Mettmann-Impulse am Königshof zu münden. Dort können dann alle Mettmanner zeigen: „Wir sind bunt und wir sind viele.“

Vor acht und neun Jahren gingen Mettmanner schon einmal auf die Straße und demonstrierten gegen Neonazis. Damals hatten sich Rechtsextreme eine Gaststätte in Mettmann als Versammlungsport ausgesucht und veranstalteten dort Treffen. Der damalige Protest gegen Rechts war groß.

Sechs im Rat vertretene Parteien (CDU, SPD, Grüne, FDP, Linke/Piraten und UBWG) haben gestern für die nächste Ratssitzung (26. März, 17 Uhr, Ratshaus) eine Anfrage an Bürgermeister Dinkelmann gestellt. In dieser Anfrage wollen die Parteien wissen, wann die Verwaltung und Dinkelmann persönlich von der Nazidemo gewusst haben. Außerdem wollen sie wissen, warum keine Information der Öffentlichkeit und der Ratsfraktionen erfolgt sei. Außerdem fragen sie: „War ihnen bewusst, dass das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit auch den sogenannten ,Meinungskampf’ einschließt, also die Möglichkeit zur Gegendemonstration?“ Die Ratsfraktionen und viele Bürger seien der Meinung, dass der Bürgermeister die Verpflichtung gehabt habe, die „Bürger ihrer Stadt zu informieren, um damit die Möglichkeit zu eröffnen, Haltung gegenüber diesen rechtsradikalen Demonstranten zu zeigen.“

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