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Erkrath: Das Stellarium taucht ab

Erkrath : Das Stellarium taucht ab

In seiner neuen Show "Abenteuer Tiefsee" thematisiert das Stellarium die Welt jenseits der 800 Meter unter dem Meeresspiegel. Es ist eine unwirtliche und gleichsam faszinierende Umgebung. Nächste Vorführung ist am Samstag.

Selbstleuchtende Quallen wabern durch die Dunkelheit. Ein Nasenhai, skurril geformtes Raubtier mit einer Art Nase, deren Funktion die Forscher noch nicht genau kennen, zieht lautlos seine Bahnen. Und das dort, wo eigentlich Sterne zu erwarten wären: In der Kuppel des Stellariums in Hochdahl. Mit der Show "Abenteuer Tiefsee" wagt sich das Stellarium weg vom Universum hinunter in die unerforschten Tiefen der Meere.

Bis zu elf Kilometer geht es unter der Wasseroberfläche weiter. Es ist eine Welt, die niemals von der Sonne erreicht wird. Und deren Bewohner in lebensfeindlicher Umgebung zwischen skurril und gruselig aussehen.

Erst ein Prozent erforscht

Am Tag der Deutschen Einheit gab es die Premiere des neuen Programms. Nur ein Prozent der Tiefsee ist bisher erforscht — da ist das Universum deutlich besser bekannt, erklärte Dozent Thomas Presper zu Beginn. Er leitete mit einem faktengespickten Vortrag ein, der nicht nur das Wasser thematisierte, sondern auch erklärte, wie das Meer überhaupt entstehen konnte - und dass die Tiefsee mit 200 bis 250 Millionen Jahren doch eher "jung" sei. Auf dem Meeresgrund ist, anders als auf dem Land, der schwerere Basaltstein zu finden.

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Das erkläre, warum die Kontinente (Granit) quasi oben schwimmen, während der Meeresboden mit dem schwereren Gestein unten liegt — und dort auch bleibt. Wie unterschiedlich die Gesteinsarten aussehen und sich anfühlen, erfuhren die Besucher auch direkt: Presper reichte zwei Steine durch das Publikum. Zweiter Teil der Veranstaltung ist ein Film, der dank Projektion auf die über den Köpfen liegende Kuppel den Besuchern das Gefühl gibt, mittendrin zu sein: in der Tiefsee, jenem unwirtlichen wie geheimnisvollen Ort.

Dass die Show erst für Kinder ab neun Jahren geeignet ist, liegt nicht allein an den zahlreichen Informationen, die die Zuschauer zu verarbeiten haben: Den Anglerfisch, ein Tier, das eine Art Leuchtangel als Beutelockstab vor dem eigenen schauerlichen Gebiss vor sich herträgt, in vollem Tempo auf sich zuschwimmen zu sehen, das ist für kleinere Kinder zu bedrohlich. Für hartgesottenere Gemüter jedoch ist die Vorführung zu empfehlen.

U-Boot elf Kilometer unter Wasser

Die Tauchgänge mit dem Tiefsee-U-Boot Alvin, mit dem der Regisseur James Cameron schon das Wrack der Titanic besuchte, sind faszinierend zu beobachten. Zu erfahren, dass das bemannte U-Boot Trieste im Jahr 1960 auf sagenhafte knapp elf Kilometer unter der Wasseroberfläche unternahm, sind ebenso unvorstellbar wie begeisternd. Die Tiefsee macht Lust auf mehr - und weil nicht jeder in den Genuss einer Privat-U-Boot-Fahrt kommt, ist die Stellarium-Schau ein guter Ersatz.

(RP/rl)