Erkrath: Das Denkmal ist wieder vollständig

Erkrath: Das Denkmal ist wieder vollständig

Auf einer Schautafel erhalten Besucher des Hochdahler Markts nun Erläuterungen zu den im Boden eingelassenen Bronzeplatten. Sie erinnern unter anderem an Julius Schimmelbusch, den Neandertaler und das Hüttenwerk.

Nun ist es wieder komplett, das Denkmal zur Hochdahler Geschichte auf dem Hochdahler Markt. Gestern wurde eine Schautafel enthüllt, auf der Erläuterungen zu den im Boden eingelassenen Bronzeplatten gegeben werden. In einer Luftbildkarte sind die Punkte eingezeichnet, auf die bei den Tafeln Bezug genommen wird.

Bürgermeister Arno Werner erinnerte daran, dass der Hochdahler Markt nach der Umgestaltung längst offiziell eröffnet wurde. Und auch die alten Bronzeplatten, die der Erkrather Künstler Erwin Grüneschild in den 1980er Jahren angefertigt hatte, wurden schon vor einiger Zeit in das neue Pflaster integriert. Dann aber habe der Bürgerverein Hochdahl reklamiert, dass etwas Wichtiges fehle, nämlich die großen Kalksteinbrocken, die ja zusammen mit den Bronzeplatten ein Ensemble gebildet hatten.

Pflanzen aus alter Zeit

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Sie sind nun in das Hochbeet integriert, das vor der Raiffeisenbank angelegt wurde. Dort wurden von dem Düsseldorfer Landschaftsarchitekten Tuczek Pflanzen eingesetzt, die es hier schon zu Zeiten des Neandertalers gegeben haben soll, darunter Grasnelke, Anemone und Küchenschelle. Einen der Schaukästen, die an dem Hochbeet angebracht sind, kann der Bürgerverein Hochdahl zur Information über die Hochdahler Geschichte nutzen. Erhard Reiche vom Bürgerverein hat die Daten zu den 17 Bronzetafeln zusammengetragen, auf einer Luftbildkarte sind die Standorte eingezeichnet, auf die Bezug genommen wird.

Der verschwundene Hochdahler Hof, der dem Ortsteil den Namen gab, ist dort ebenso verzeichnet wie die alte Schmiede, der Karschhauser Hof, die Fundstelle des Neandertalers oder die Stelle, an der die Hochdahler Hütte Eisenerz verarbeitete. Dazu gibt es jeweils die Erläuterungen im Schaukasten, beispielsweise den Hinweis, dass der Bau der Eisenbahnstrecke der Auslöser für die Errichtung eines Hüttenwerkes war. Damals wurde an der Strecke Erz gefunden, das ab 1851 im Hochofen in Hochdahl zu Eisen verarbeitet wurde. Erst 1912 musste die Hütte wegen mangelnder Rentabilität schließen. Auch zu den wichtigen Persönlichkeiten, die mit Hochdahl in Zusammenhang standen und die Grüneschild auf den Bronzeplatten verewigt hat, gibt es Hinweise. Dazu zählen neben dem Hochdahler Hüttendirektor Julius Schimmelbusch auch Dr. Karl Sudhoff, seinerzeit Hüttenarzt und auch Gemeindearzt in Hochdahl, sowie Joachim Neander, Kirchenliederdichter, nach dem das Neandertal seinen Namen hat. Natürlich hat auch der wichtigste frühere Bewohner dieser Region, der Neandertaler, seine eigene Bronzeplatte.

(mue)