Dank Folie wächst Spargel auch in Mettmann

Mettmann : Dank Folie wächst Spargel auch in Mettmann

Der Verkaufsstand an der B 7 hat zurzeit Hochsaison. Hier kaufen Verbraucher, die Wert auf regionale Produkte legen.

Der Verkaufsstand steht direkt vor dem Spargelfeld an der B7. Hier kann der Kunde sehen, wo der Spargel wächst, den er auf dem Teller haben wird. Regionaler geht es nicht. Bereits 2006 pflanzten Peter und Judith Wiemer vom Spargelhof Gut Kuhlendahl hier den ersten Spargel an. „2007 haben wir hier unseren ersten Spargel geerntet“, erinnert sich Peter Wiemer zurück.

Dabei ist die Region nicht gerade für seine spargelfreundlichen Böden bekannt, denn eigentlich bevorzugt das königliche Gemüse sandige, lockere Böden. „Ich habe vor 16 Jahren erfahren, dass man Spargel dank Folien auch auf schweren Böden pflanzen kann“, erzählt Peter Wiemer.

Das Gut Kuhlendahl in Velbert war damals schon in Familienbesitz. 2002 begannen die Wiemers damit, Spargel anzubauen – mit so viel Erfolg, dass sie nicht nur ihre gesamte landwirtschaftliche Produktion auf Spargel umstellten, sondern auch expandierten. So kamen die beiden Felder in Mettmann – an der B7 Richtung Gruiten und an der Wülfrather Straße – dazu, sowie ein Feld in Hilden. Normalerweise werden drei Tonnen Spargel pro Hektar geerntet, das wären 7,5 Tonnen auf dem Feld an der B7. „Das werden wir in diesem Jahr aber nicht erreichen“, räumt Wiemer ein. Das liegt gleich an drei Faktoren. Zum einen haben sich die Pflanzen, die erst 2017 neu gepflanzt wurden, im vergangenen Jahr ausgelaugt. Dazu kommt der trockene Sommer 2018. „Wir haben das Feld zwar beregnet, aber wir werden in diesem Jahr nicht so dicke Stangen bekommen, wie wir das gewohnt sind“, weiß Peter Wiemer. Das sind die Auswirkungen der Trockenheit. Der dritte Faktor ist die ungewöhnliche Kälte im Mai, die das Wachstum zusätzlich bremst. Außerdem möchten die Wiemers dem Spargel an der B7 Zeit zum Erholen geben. „Wir werden schon Anfang Juni aufhören zu stechen. Die Nachhaltigkeit steht im Vordergrund.“

Zehn Jahre bleiben die Spargelpflanzen stehen. Es wird also noch einige Zeit frischen Spargel an den Verkaufsständen geben. „Hier kommen sehr viele Stammkunden her“, verrät Bärbel Milke, die schon im vierten Jahr im Stand steht. „Leute aus der Umgebung, aus Solingen, Gruiten und natürlich aus Mettmann.“ Viele halten auch einfach spontan an, wenn sie den Stand sehen. So wie Evelyn Schmitt aus Mettmann. „Ich esse gerne Spargel“, verrät sie, „aber nur aus Deutschland und während der Saison.“ Da sei es natürlich umso besser, wenn der Spargel auch noch aus der Heimatstadt stammt. „Man vermutet hier gar keinen Spargel“, sagt sie. „Aber er sieht sehr lecker aus.“ Und weil sich nicht jeder die Mühe mit dem Spargelschälen und Zubereiten machen möchte, hat Judith Wiemer 2007 auf dem Hof in Velbert ein Spargelrestaurant eröffnet. „Das ist nur während der Saison offen und es gibt ausschließlich Spargel“, verrät Peter Wiemer. Zum Ernten haben die Wiemers Saisonarbeiter überwiegend aus Polen eingestellt, die auch auf dem Hof wohnen.

Und was tut die Familie außerhalb der Saison? „Den Spargel hegen und pflegen“, sagt Peter Wiemer. Dann muss das Unkraut entfernt werden, die Pflanzen müssen beregnet werden. „Und im Herbst bereiten wir uns schon auf die Saison im kommenden Jahr vor.“ Dann werden im November die ersten Dämme aufgehäuft, damit die Körbe in den Verkaufsständen im Frühjahr wieder mit den gesunden weißen Stangen gefüllt sind.