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Damit Senioren nicht vereinsamen

Neue Aktion der sozialen Dienste in Mettmann : Damit Senioren nicht vereinsamen

Neue Aktion: Die sozialen Dienste der Stadt Mettmann laden zu „Orten des Verweilens“ in die City ein. Das Prinzip: einfach auf eine Bank setzen und miteinander plaudern.

Einer der negativen Aspekte der Corona-Pandemie und ihrer Sicherheitsmaßnahmen ist eine Vereinsamung vor allem älterer Menschen. Das erfahren auch die fünf Begegnungsstätten von „Wir im Quartier“ (WiQ) immer wieder. Nun haben sie sich etwas einfallen lassen, um die Menschen aus ihren Häusern zu locken und wieder ins Gespräch miteinander zu bringen: Sie bieten Treffen unter freiem Himmel an „Orten des Verweilens“ an.

WiQ ist ein Bündnis der Begegnungszentren von Caritas, AWO und DRK sowie des Johanneshauses und des Seniorentreffs „jute Stuwe“ der Alzheimergesellschaft. Die jeweiligen Leiter haben sich aufgemacht und in ihrem Quartier lauschige Plätze gesucht, die sich für einen Treffpunkt eignen. Einer davon sind die Bänke unter dem Platanendach vorm Eingang der Galerie Königshof. Dieser Ort des Verweilens gehört zum Quartier der Awo Begegnungsstätte. „Vieler unserer Senioren haben nicht mehr viele soziale Kontakte“, sagt Sabine Konrad von der Awo. Die Senioren sitzen auf den Bänken „natürlich mit dem entsprechenden Abstand, aber eben nicht alleine“, betont Konrad. „Hier können die Leute ihre Fragen stellen, Wünsche äußern, hier haben sie jemanden zum Reden.“

In regelmäßigen Abständen werden an solchen Orten des Verweilens zunächst die Leiter der jeweiligen Einrichtungen anwesend sein, um mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Geplant ist allerdings, diese Treffen immer mehr in die Selbstverantwortung und -organisation zu entlassen. „Deshalb suchen wir Ehrenamtliche, die sich gerne beteiligen möchten“, sagt Robert Güde von der Caritas.

Es geht dabei vor allem um Begegnung und um soziale Kontakte, denn die sind durch den Lockdown verloren gegangen. „Wir haben von den Besuchern in den Begegnungsstätten erfahren, dass das Schlimmste für sie war, dass sie nur noch per Telefon Kontakt hatten“, erzählt Güde. Deshalb lädt WiQ ein, auch in Corona-Zeiten rauszugehen und sich zu treffen. „Es ist ein Angebot mit kleiner Hemmschwelle“, meint Susann Ribbert vom DRK.

Die Termine und Orte des Verweilens werden im Internet bekanntgegeben. „Gerne kann man sich auch einen Kaffee oder einen Snack mitbringen“, sagt Sabine Konrad. Bei Bedarf stehen Desinfektionsmittel und Masken zur Verfügung. „Wir wollen unsere Senioren auch schützen“, betont Mabel Stickley von der „juten Stuw“.

Eine Passantin ist bereits mit Susann Ribbert ins Gespräch gekommen und erzählt: „Im Königshof fällt mir auf, dass die älteren Leute, so um die 90 Jahre, dass die sehr leiden, wenn sie beim Essen so allein und isoliert sitzen müssen.“ Der nächste Termin wird von Sabine Konrad begleitet und findet am 12. August wieder auf den Bänken unter dem Platanendach vor der Galerie Königshof statt.