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Corona-Krise bringt Pferdewirte in finanzielle Schwierigkeiten

Kreis Mettmann : Reitställe leiden unter Corona-Krise

Reitschüler dürfen nicht mehr zum Unterricht kommen. Viele Inhaber haben nun deutlich mehr Arbeit, weil sie die Pferde selbst versorgen müssen. Hinzu kommen existenzielle Sorgen um ausbleibende Einnahmen.

Bereits im März musste Mirko Conrad die Rundmail an seine 180 Schüler schreiben: Der Reitunterricht ist erst einmal auf unbestimmte Zeit abgesagt. In NRW wurden damals erste Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus getroffen. Sie führten zu einer Einstellung des sportlichen Regelbetriebs in Vereinen und Betrieben – auch den Reitschulen. Der Reitstall der Familie Conrad in Haan-Gruiten ist einer von vielen Höfen, den die Corona-Krise im Kreis Mettmann deutlich trifft: Weil alle Unterrichtsstunden und Veranstaltungen abgesagt werden mussten, bedeutet das für viele Höfe enorme Kosten. Sie haben keine festen Einnahmen mehr – trotzdem aber weiter laufende Kosten für die Pferde. Ein Beispiel ist der Reitstall Witting in Ratingen. Inhaber Heinz Witting erzählt, dass von den insgesamt 60 Pferden, die auf seinem Hof stehen, lediglich 20 davon sind Pensionspferde. Um die übrigen 40 Tiere müssten er und seine Mitarbeiter sich seit der Corona-Krise nun komplett allein kümmern. Hinzu kommt, dass die Pferde derzeit noch nicht auf die Weide können – das Gras sei noch nicht gut verdaulich. Deshalb muss Witting die Tiere zusätzlich abwechselnd auf die Sandkoppel bringen. „Dabei ist auf dem Reiterhof in vielen Fällen mehr Platz zum Abstandhalten als in der Stadt“, beklagt er. Dazu Sabine Angemeer vom Mettmanner Gut Scheidt: „Wenn ich im Moment nicht zu den Pferden könnte, würde es mir deutlich schlechter gehen“, sagt die Pferdetrainerin. Die harten Auflagen für Reitschulen seien für sie nur schwer nachvollziehbar, denn gewöhnlich finde dort der Unterricht in einer großen Halle oder draußen statt – Abstand halten sei kein Problem. „Ich glaube vor allem, dass es vielen gerade in diesen Zeiten emotional gut tun würde, Zeit mit den Pferden zu verbringen“, sagt Angemeer. Sie sei erleichtert, noch ein zweites Standbein als Dozentin an einer Hochschule zu haben. Die meisten der 25 Pferde auf ihrem Hof gehören privaten Besitzern.