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Corona in Kita: Warten auf 21 Testergebnisse

Infektionsfall in Mettmann : Corona in Kita: Warten auf 21 Testergebnisse

Nachdem an der städtischen Kindertagesstätte Händelstraße die Infektion eines Kindes mit dem Corona-Virus festgestellt wurde, identifiziert der Kreis nun Infektionsketten und lässt Kinder und Erzieher aus der Gruppe testen.

„Leute, an die Arbeit!“, ruft das kleine Mädchen im roten Kleid und läuft mit ihrem bunten Plastikeimer zum Sandkasten. Kinderlachen ist vom Außengelände der Kindertagesstätte Händelstraße zu hören. Fröhlich buddeln die Mädchen und Jungen im Sand, bauen Burgen, tollen herum und spielen. Alles wäre so wie immer, würde nicht rot-weißes Flatterband, das die einzelnen Gruppen voneinander trennt, darauf hinweisen, dass die Corona-Krise weiterhin andauert: Am Donnerstag wurde ein Kind positiv auf das Virus getestet.

Das hatte die Stadt Mettmann noch am selben Tag den Eltern aller restlichen Kinder in einem Rundschreiben mitgeteilt. Klaudia Beck, Abteilungsleiterin im Jugendamt der Stadt Mettmann, berichtete darin, dass nun alle nötigen Schritte eingeleitet werden. So werden die Gruppen- und Sanitätsräume einer „Sonderreinigung“ unterzogen und weitere Kontakte des infizierten Kindes nachverfolgt. Die Stadt lasse sich dabei vom Kreisgesundheitsamt beraten. Die Einrichtung bleibe bis auf weiteres geöffnet. Falls ein Kind Krankheitssymptome aufweise, die auf eine Infektion mit dem Corona-Virus hindeuten, seien die Eltern gebeten, Kontakt mit dem Kinderarzt aufzunehmen und das Kind nicht mehr in die Einrichtung zu schicken.

Tatsächlich aber haben einige Eltern auch so schon am Freitag, dem Tag nach Bekanntwerden des Corona-Infektes, ihre Kinder nicht mehr in die Tagesstätte gebracht. Das berichtet ein Vater im Gespräch mit unserer Redaktion, der seinen Namen nicht genannt wissen will. Bei vielen Eltern herrsche nun Skepsis. Einige wollen mit ihren Kindern in den kommenden Tagen in den Urlaub fahren oder auch betagte und gebrechliche Familienangehörige besuchen. Nun sind sie nicht sicher, ob sie am Ende nicht doch noch in Quarantäne müssen. Und reicht es, nur die Kinder und Erzieher der betroffenen Gruppe unter Quarantäne zu stellen?

Nach Aussagen der Sprecherin des Kreises Mettmann, Tanja Henkel, sind die Tests der in derselben Gruppe betreuten Kinder und Erzieher angelaufen. „Von 21 Personen wurden Abstriche gemacht, davon drei Erzieher“, berichtet sie. Wann mit einem Ergebnis zu rechnen sei, sei noch nicht abzusehen, Freitag jedenfalls nicht. „Das kann am Wochenende sein, das kann aber auch erst am Montag sein. Daraus ergibt sich die weitere Vorgehensweise“, sagt Henkel.

Die Räume seien bereits desinfiziert, berichtet sie am Freitagmittag. Sie können bereits wieder genutzt werden, eine Wartezeit ist nicht nötig. Die Eltern indes „haben latente Zweifel“, denn vor allem diese Sorge drängt: „Wie kann man davon ausgehen, dass die Infektion lokal auf die Gruppe begrenzt bleibt?“, fragt der Vater. Das gerade „mit Blick auf Gütersloh, das ist doch eine Katastrophe da.“

In Mettmann wurden mögliche Infektionsketten bereits nachverfolgt. Fest steht demnach: Das betroffene Kind „hat kein Geschwisterkind in irgendeiner anderen Kita“, betont die Sprecherin des Kreises auf Nachfrage unserer Redaktion, „und es gab auch keinen Kontakt zu anderen Kindern außerhalb der Gruppe“.

Das Hygiene- und Abstandskonzept der Kindertagesstätte, das diese bereits seit der Wiedereröffnung eingeführt hat, sei nochmals überprüft und für gut befunden worden. „Die KiTa hat ein ausreichendes, gutes Hygienekonzept, es muss nichts geändert werden“, sagt Tanja Henkel. Nun gelte es abzuwarten, bis die Testergebnisse vorliegen.