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Erkrath: Container als Notlösung

Erkrath : Container als Notlösung

Im Interview spricht Feuerwehrchef Guido Vogt über seine Vorstellungen zum Neubau der Feuerwache und der Möglichkeit, schon jetzt vorübergehend mehr Raum zu schaffen.

Die Feuerwehr braucht neue Räume. Die Diskussion über den Standort ist in vollem Gange. Feuerwehrchef Guido Vogt berichtet, welchen Standort und welche Ausstattung er sich für die Feuerwehr wünscht.

Herr Vogt, seit Januar gibt es ein Gutachten zum Neubau der Feuerwache. Was besagt es?

Guido Vogt Es stellt heraus, dass die notwendigen Flächen im Gebäude und die Bewegungsflächen auf dem derzeitigen Gelände deutlich zu gering sind. Aufgrund der Gebäudesubstanz und der Anordnung der Räume und Gebäude sieht das Gutachten keine Möglichkeit eines Aus- oder Umbaus an der Schimmelbuschststraße. Es wird der Neubau einer Feuer- und Rettungswache empfohlen.

Für einen Neubau sieht die Politik die Neanderhöhe, das Cleverfeld oder das Kleine Bruchhaus vor. Was wäre Ihr bevorzugter Standort?

Vogt Freie Grundstücke mit der benötigten Fläche für den Neubau einer Feuer- und Rettungswache sind sicherlich nicht viele im Stadtgebiet vorhanden. Auf Beschluss des neu gegründeten Unterausschusses für Feuerwehrangelegenheiten wird zurzeit in der Verwaltung ein Gutachten zur Nutzung der Gesamtfläche an der Schimmelbuschstraße, dem jetzigen Standort der Feuer- und Rettungswache sowie dem Bau- und Betriebshof vorbereitet. Da von der Schimmelbuschstraße die Anfahrtszeiten für das gesamte Stadtgebiet bereits durch einen Gutachter betrachtet wurden und in der Regel auch erreicht werden können, wird nun erst einmal der Fokus auf einen Neubau an vorhandener Stelle gesetzt. Außerdem weist der Bebauungsplan den möglichen Neubau einer Feuer- und Rettungswache dort aus. Sollte das Gutachten zu dem Ergebnis kommen, dass ein Neubau am jetzigen Standort nicht möglich ist, werden wir potenzielle neue Standorte ebenfalls gutachterlich beurteilen lassen.

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Das dauert. Wie schnell braucht die Feuerwehr ein Ergebnis?

Vogt Am liebsten sehr bald. Mit dem Ausschuss für Feuerwehrangelegenheiten und dem bereits in Planung befindlichen Gutachten sind die ersten notwendigen Schritte vollführt. Ich bin zuversichtlich, noch in diesem Jahr ein Ergebnis zu haben, wo gebaut werden kann. Dann sollte im nächsten Jahr sicherlich auch der Zeitrahmen stehen. Immerhin ist ein Kostenvolumen im zweistelligen Millionenbereich zu stemmen. Da sollten keine Fehler gemacht werden. Bei einer Entscheidung für den Standort Schimmelbuschstraße sind eine Reihe weiterer Fragen zu klären, wie die Integration der übrigen Verwaltungsstellen in den Neubau und die Verlagerung des Baubetriebshofes an einen neuen Standort.

Welche Nachteile bringt die derzeitige Situation für die Feuerwehr und vor allem für die Einsätze?

Vogt Die drängende Enge im personell immer größer werdenden hauptamtlichen Bereich ist schon eine große Belastung für alle Mitarbeiter. Auch für die fehlenden Räume für unsere Jugendfeuerwehr sowie die fehlenden Duschräume für unsere ehrenamtlich und hauptamtlich tätigen Frauen sollten sicherlich schnell Lösungen gefunden werden. Mit dem Personalrat, der Stadtverwaltung und dem Immobilienmanagement der Stadt Erkrath wird es demnächst eine gemeinsame Begehung geben, um vielleicht durch den einen oder anderen Lösungsansatz, möglicherweise über eine Containernutzung, auch vor einem Neubau Entlastung zu schaffen.

Wie sollte Ihrer Ansicht nach eine gut funktionierende Feuerwache ausgestattet sein?

Vogt Es gibt in den Nachbarstädten Haan, Hilden, Langenfeld und Ratingen aktuell neu errichtete Feuer- und Rettungswache mit tollen Ansätzen insbesondere zur Unterbringung der ehrenamtlich tätigen Einsatzkräfte. Das bei uns vorhandene Gutachten ist von einem Fachplaner für Feuer- und Rettungswachen sowie Feuerwehrgerätehäusern erstellt worden und konkretisiert sehr gut unsere Bedürfnisse.

Isabel Klaas stellte die Fragen.

(RP/ac)