Kultur in Mettmann Beethovens Dritte mal kammermusikalisch

Mettmann · Zehn Musiker sorgten in der Kulturvilla für eine große Intensität und Klarheit der komplexen Werke.

 Das Publikum erlebte in der Kulturvilla ein Konzert von hoher Qualität. Weiter geht’s am 28. August.

Das Publikum erlebte in der Kulturvilla ein Konzert von hoher Qualität. Weiter geht’s am 28. August.

Foto: Köhlen, Stephan (teph)

Unfassbar, was man im Städtchen alles erleben kann, wenn man zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist: Dieses Mal am Samstag Abend in der Kulturvilla, in der die „Compagnia di Punto“ die 53. Sinfonie von Haydn und die 3. von Beethoven jeweils in einer kammermusikalischen Bearbeitung aufführte.

Die Compagnia di Punto ist ein handverlesenes Kammerorchester, das Christian Binde, international gefragter Hornist und wohnhaft in Mettmann, gegründet hat. Hier agieren Musiker der Spitzenklasse, hauptberuflich in großen Orchestern oder solistisch unterwegs, die ihre Begeisterung für das kleine Ensemble in dieser Formation ausleben können. Übrigens: Giovanni Punto (1746 - 1803) war zu seiner Zeit ein Star unter den Hornisten und der Name der Compagnia ist eine Huldigung des großen Meisters.

Christian Binde führte das Publikum zunächst in die Welt von Haydn und Beethoven ein. Das Orchester spielt auf historischen Instrumenten und das Spiel auf seinem Horn wusste er bestens zu demonstrieren. Überhaupt war seine Moderation, die er aus dem Stegreif hervor zauberte, nicht nur informativ, sondern beseelt von seiner Begeisterung für die Musik. Joseph Haydn, Sinfonie Nr. 53, genannt die „Imperiale“, begann mit majestätischen Klängen, feine Dialoge lieferten sich die hohen und tiefen Streicher, wobei erwähnt werden muss, dass das ganze Orchester nur aus zehn Instrumenten bestand: Violine eins und zwei, Viola, drei Holzbläser, Cello, zwei Hörner und Kontrabass. Aber die Intensität, die Klarheit, die durch diese kleine Besetzung entstand, war von höchster Güte.

Die „Eroica“ ist neben der 9. Beethovens seine meist gespielte Sinfonie und in dieser Besetzung eine Bravourleistung. Alles klang viel eindringlicher, intensiver und dadurch verständlicher. Die schönen Dialoge zwischen Geigen oder Holzbläsern, die mitreißenden Klänge der Hörner, dazu Anni Laflamme, Ehefrau von Christian Binde und international gefragte Flötistin – alle zehn Musiker erfüllten mit ihrem Spiel sämtliche Sinne.

Das Publikum kann sich freuen, ein solches musikalisches Glanzstück noch einmal am Mittwoch, 28. August, in der Kulturvilla genießen zu dürfen. Dann mit der 2. Sinfonie von Beethoven. Im September werden die ersten drei Sinfonien von Beethoven von der „Compagnia di Punto“ für Sony auf CD eingespielt – Hörgenuss auch für zu Hause.