Mettmann: Classicats – originell und vielseitig

Mettmann: Classicats – originell und vielseitig

Gut gelaunt war das Düsseldorfer „Classicats Musiktheater“ bei seinem traditionellen Weihnachtskonzert, dieses Mal am Tag vor dem Heiligen Abend. Der späte Termin war kein Problem, die Aufführung im evangelischen Gemeindehaus Donaustraße war sehr gut besucht. Das fünfköpfige Ensemble präsentierte unter dem Titel „Wisst ihr noch, wie es geschehen“ ein vielseitiges Programm, das weit über den Tellerrand der hierzulande üblichen Weihnachtsliteratur hinausblickte.

Mit einer intelligenten Mischung aus alter und neuer, bekannter und unbekannter Literatur boten die Sänger ihrem Publikum zwei originelle Stunden. Das Programm konnte schon allein deshalb eine große Dynamik entfalten, weil die Sänger stets in unterschiedlicher Besetzung sangen. Begleitet wurden sie von zwei Instrumentalisten: Gerhard Roscher am Klavier hat auch in Mettmann schon öfter als Begleiter der Classicats geglänzt und tat es auch dieses Mal wieder.

Thomas Löffler am Cello

Besonders beeindruckend, da noch recht jung, war Thomas Löffler am Cello, Sohn der mitsingenden Solistin Juliane Löffler (Alt). Der 16-Jährige gewann bereits zahlreiche Preise und spielt in renommierten Orchestern der Region mit. Seine solistischen Fähigkeiten konnte man im Rahmen des Classicats-Konzerts freilich nur in wenigen kurzen Passagen erahnen.

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Zu den Glanzlichtern gehörte eine Bearbeitung des „Tollite hostias“ aus dem Oratorio de Noël von Camillie Saint-Saëns, dessen Original eine Woche zuvor noch in der Lambertus-Kirche erklungen war. Das Stück vor der Pause wurde vom Publikum mit nicht enden wollendem Applaus belohnt. Besonders glanzvoll war die Gesangsleistung des Baritons Hans Werner Römer.

Zwischen den verschiedenen Musikstücken brachten die Classicats-Mitglieder mitunter eine Geschichte oder ein Gedicht. Mit kluger Rezitation und origineller Textauswahl warfen sie dabei einen halbernsten Blick auf die weihnachtliche Tradition des Gedichteaufsagens. Auch die üppige Ausgestaltung des Kirchenraumes mit blauen Lichterketten und fast vollständigem Verzicht auf weihnachtliche Rot-Töne blieb intelligent in der Schwebe zwischen Ironie und Ernsthaftigkeit.

Musikalisch demonstrierten die Classicats, deren Repertoire von Volksmusik über Opern-Potpourris und Musicals bis hin zu anspruchsvoller klassischer Sakralmusik reicht, ihre Universaltauglichkeit, etwa mit dem lyrischen „Zu Bethlehem geboren“ oder dem kraftvollen „Kommet, ihr Hirten“. 2008 darf man sich auf vier weitere Aufführungen des begabten Ensembles freuen, darunter das „Stabat Mater“ von Pergolesi im Februar.

(RP)
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