Analyse: CDU: Zufahrt zu Tiefgaragen soll bleiben

Analyse : CDU: Zufahrt zu Tiefgaragen soll bleiben

Die Stadtverwaltung soll bis zum November untersuchen, ob die Schwarzbachstraße bis zu den Parkgaragen Kreissparkasse und Neanderthalpassage befahrbar bleibt.

Liegt es am Druck aus der Bevölkerung oder macht der Einzelhandel mobil oder ist die Frage aus ganz pragmatischen Gründen, man könnte auch sagen aus 'gesundem Menschenverstand', gestellt worden? Die CDU möchte jedenfalls wissen - und nicht nur die - ob es möglich ist, auch nach dem Umbau der Innenstadtstraßen die Zu- und Abfahrt zu den beiden Tiefgaragen (Kreissparkasse/Neanderthal-Passage) aus Richtung Jubi zuzulassen. Richard Bley, Vorsitzender der CDU-Fraktion: "Die CDU Fraktion benötigt für alle weiteren Überlegungen, bezogen auf das Gesamtverkehrskonzept, eine konkrete Fallberechnung folgender Konstellation: Ein- und Ausfahrt des Anliegerverkehrs über die Breite Straße, Johannes-Flintrop-Straße Schwarzbachstraße jeweils bis zu den Parkhäusern der Kreissparkasse und dem Parkhaus Neanderthalpassage. Dies unter der Voraussetzung einer eindeutigen Beschilderung, die die Zufahrt zu den Parkhäusern erlaubt, sowie einer maximalen Geschwindigkeitsbegrenzung von Tempo 30." Bis zum Planungsausschuss im November soll die Verwaltung Zahlen zu dieser Modellvariante präsentieren. Soweit die CDU.

Beifall kommt für den Antrag beispielsweise von der UBWG. Die Kampen-Partei hatte bereits im September 2016, also vor einem Jahr, den Antrag gestellt, dass die Schwarzbachstraße zu den Öffnungszeiten der Geschäfte (Montag bis Freitag von 7 bis 22 Uhr), samstags eingeschränkt und Sonntag gar nicht) bis zu den Tiefgaragen befahrbar bleibt. Außerdem so die UBWG weiter, sei ein Tempolimit von 20 km/h und eine Beschilderung einzurichten. "Dieser Antrag ist damals von der CDU abgelehnt worden", sagt Fraktionsvorsitzender Hans-Günther Kampen. Der Sinneswandel der CDU, so Kampen, komme spät, aber nicht zu spät.

Die Verwaltung hat deutliche Vorbehalte gegen eine Öffnung der Schwarzbachstraße bis zu den Tiefgaragen. "Dann lässt sich der Verkehr nicht mehr kontrollieren", sagte gestern Fachbereichsleiter Kurt-Werner Geschorec. "Die 500 bis 600 Autos, die täglich die Tiefgaragen ansteuern, könnten wir verkraften. Aber wer kann uns sagen, ob die Straßenöffnung nicht dazu führt, dass Autofahrer wieder über die Schwarzbachstraße oder über die obere Flintrop-Straße abkürzen." Stimmt, dass kann niemand sagen. Schilder allein werden definitiv nicht ausreichen. Das zeigt sich täglich in der Poststraße und in der unteren Flintrop-Straße. Autofahrer ignorieren nach wie vor Schilder mit dem Hinweis "Durchfahrt verboten". Die Polizei hat am Sonntag wieder kontrolliert und Ordnungsgelder kassiert. Die Polizisten standen sehr gut sichtbar direkt am Jubi. Trotzdem sind Autofahrer durch die gesperrte Straße gefahren.

Trotzdem: Man sollte eine Probe auf's Exempel machen. Und wenn sich herausstellt, dass der Verkehr nach einer Öffnung der Schwarzbachstraße so zunimmt, dass chaotische Verkehrsverhältnisse entstehen und der Durchgangsverkehr rapide ansteigt, dann muss die Durchfahrt gestoppt werden.

Ein Problem wird uns nach wie vor begleiten: Es sind die zahlreichen Busse, die durch die Innenstadt fahren. In Zahlen: Rund 40 Busse fahren in einer Stunde durch die Breite Straße. Vielleicht sollte man mal darüber nachdenken, ob man die Anzahl der Busfahrten und der damit verbundenen Emissionen nicht deutlich reduzieren kann. Moderne Busse oder Elektrofahrzeuge wären eine Alternative.

(RP)
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