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CDU-Vorsitz: Delegierte aus dem Kreis Mettmann stimmen mit ab

Politik : CDU-Vorsitz – die Stimmung vor Ort

Samstag wählen 1001 Delegierte den neuen Bundesvorsitzenden der Christdemokraten, darunter auch Funktionsträger aus dem Kreis Mettmann.

Armin Laschet, Friedrich Merz oder Norbert Röttgen? Vor dieser Frage stehen an diesem Freitag und Samstag die 1001 Delegierten des 33. CDU-Parteitags. Jeder der drei Politiker will sich zum Vorsitzenden der christdemokratischen Partei wählen lassen – die Teilnehmer des Parteitags, der erstmals wegen der Corona-Krise digital durchgeführt wird, können sich am Samstagvormittag noch einmal ein Bild von den Kandidaten und ihren Ideen machen. Dann stehen die Reden von Laschet, Merz und Röttgen an.

Jan Volker Heinisch ist seit 2010 Vorsitzender der CDU im Kreis Mettmann. Er hat eine deutliche Mehrheit der Mitglieder in seinem Kreisverband ausgemacht, die Armin Laschet gerne als Kanzlerkandidaten sehen würde. Darüber hinaus sagt er, gebe es zwar vereinzelt Unterstützer von Friedrich Merz, deren Zahl sei allerdings vergleichsweise gering: „Und ich kenne zurzeit überhaupt niemanden, der für Norbert Röttgen stimmen würde.“ Persönlich sieht Heinisch den Ministerpräsidenten als ideale Wahl, weil er von allen Kandidaten thematisch am breitesten aufgestellt sei: „Es geht schließlich nicht nur um einen Kopf für die Kanzlerkandidatur, sondern um eine strategische Entscheidung für die CDU. Wenn wir eine Volkspartei bleiben wollen, müssen wir viele gesellschaftliche Gruppen vertreten und ein breites Themenspektrum abdecken – dafür steht Laschet wie kein anderer.“

Peter Beyer aus Ratingen sitzt für die CDU im Bundestag. Foto: Achim Blazy (abz)

Sarah Harden gehört zum Bundesvorstand der Jungen Union und hat ihre Wahl noch nicht getroffen. Das will sie erst auf den letzten Drücker tun. Die Erkrather JU-Vorsitzende möchte sich spontan entscheiden, „je nachdem, wessen Rede mich am Ende mehr anspricht“. Wählen werde sie zwischen Armin Laschet und Norbert Röttgen. Friedrich Merz ist bei ihr persönlich aus dem Rennen.

„Ich werde Armin Laschet meine Stimme geben“, sagt die Bundestagsabgeordnete Michaela Noll. „Nach der desaströs verlorenen Landtagswahl 2012 ist es ihm gelungen, die CDU in NRW wieder an die Spitze zu bringen und er ist auch in der Regierungsverantwortung erfolgreich. Die Bilanz in NRW kann sich sehen lassen.“

Und auch der Ratinger CDU-Bundestagsabgeordnete Peter Beyer betonte im RP-Gespräch, dass er Armin Laschet wählen werde, weil er ihm am ehesten zutraut, die Partei durch die nächsten Jahre zu navigieren. Friedrich Merz repräsentiert für ihn nicht die Zukunft der Partei. Am engsten arbeitet Beyer mit Norbert Röttgen zusammen. Röttgen ist Chef des Auswärtigen Ausschusses, in dem auch Beyer sitzt. Beyer: „Die Entscheidung für Armin Laschet ist keine Entscheidung gegen Norbert Röttgen.“

Martin Sträßer sagt: „Ich bin kein Delegierter, kann aber mit jedem der drei Kandidaten sehr gut leben. Als Landtagsabgeordneter möchte ich Armin Laschet als Ministerpräsidenten in NRW gern behalten, denn er macht das ausgezeichnet. Nordrhein-Westfalen kommt gut voran. Friedrich Merz kenne ich seit über dreißig Jahren – nicht nur im politischen Zusammenhang, sondern auch persönlich. Deshalb ist mein Bild von ihm ein anderes als das, was insbesondere Gegner gern von ihm zeichnen. Merz kann der CDU, gerade auch nach der Pandemie, wieder eine klarere Ausrichtung geben mit Bezug auf die Grundwerte der CDU und die wichtigen Zukunftsthemen. Denn Deutschland muss technologisch, sozial und ökologisch weiter an der Spitze bleiben. Zudem ist Merz international bereits jetzt bestens vernetzt. Auch das ist in diesen Zeiten nicht zu unterschätzen.“

(RP)