Caritas informiert in Mettmann über das Thema Demenz

Aktionswoche soll aufklären : Caritas zeigt Bilder vom Leben mit Demenz

Eine Ausstellung widmet sich zurzeit eindrücklich den Menschen hinter der Erkrankung.

50 Jahre Caritas im Kreis Mettmann – das ist ein guter Grund, um das runde Bestehen mit zahlreichen Veranstaltungen zu begehen, die alle einen Bezug zum Motto des karitativen Verbands haben: „Nah am Menschen“. Dies gilt ganz besonders für die Veranstaltungsreihe „Mittendrin und nicht vergessen“, die noch bis Ende dieses Monats das gesellschaftlich höchst relevante Thema Demenz ins Zentrum der Aufmerksamkeit rückt.

Eröffnet wurde der Veranstaltungsmonat jetzt mit einer Feierstunde in Anwesenheit von Kreisdirektor Martin M. Richter sowie Michael Esser, dem Geschäftsführer des Kreisverbands Mettmann, Roland Spezier, Bereichsleiter Leben im Alter bei der Caritas, und Pfarrer i. R. Christian Kreuzberg, der die Anwesenden im Mettmanner „Haus der Begegnung“ mit einer kurzen Andacht auf das Thema einstimmte. Die Veranstaltungsreihe hat sich zum Ziel gesetzt, „verschiedene Perspektiven auf das Thema Demenz zu erlangen“, wie es im Vorwort der Broschüre heißt.

Gabriele Wolpers und Anika Hagedorn von der Fachstelle Demenz in Erkrath zeichnen für die Veranstaltungen verantwortlich, die im gesamten Kreis stattfinden und in Zusammenarbeit mit dem Katholischen Bildungswerk konzipiert wurden. Im Mittelpunkt der Eröffnungsveranstaltung zum 50-jährigen Bestehen der Caritas im Kreis Mettmann standen sechs Bilder der Wanderausstellung zum Themenkreis Demenz, die das Erzbistum Köln konzipiert hat. Sie umfasst 36 Bilder des Fotografens Michael Uhlmann und widmen sich dem Bereich „Bewegung“. Analog zu den insgesamt sechs Themenfeldern, die weiteren lauten „Suche – Dialog – berührt – versunken – verloren“, ist die Ausstellung an insgesamt sechs Orten in Mettmann zu sehen.

Projektleiterin Brigitte Döpper vom Erzbistum Köln wählte die Motive aus den 120 Fotografien aus, die Uhlmann mit viel Sympathie für die an Demenz Erkrankten sowie deren Angehörige und Betreuende aufgenommen hat. „Auf den meisten Bildern erkennt man nicht, welche der abgebildeten Personen erkrankt ist, und das ist genauso beabsichtigt. Denn noch immer ist die Diagnose für die Betroffenen und auch deren Angehörige mit einem Gefühl der Scham verbunden“, erläutert die Erziehungswissenschaftlerin. Man solle die an Demenz Leidenden nicht auf ihre Erkrankung reduzieren, sondern den Menschen in seiner Gesamtheit sehen und respektieren. Eine Einstellung, die Hans-Peter K. aus Erkrath voll und ganz teilt: „Ich möchte dennoch anonym bleiben, um meine Frau zu schützen. Sie befindet sich im Anfangsstadium der Demenz, und das wissen nur ganz wenige aus unserem Umfeld. Denn ich habe erlebt, wie Menschen sich abwenden oder merkwürdig verhalten, wenn sie von der Diagnose erfahren“, berichtet er. „Wir leben unseren Alltag weiter, solange es geht, inklusive in Urlaub fahren.“ Man könnte meinen, der Kommentar, den jemand zu den Fotos auf einer Tafel daneben notiert hat, habe dabei an ihn gedacht: „Mir selbst bin ich abhandengekommen. Bitte bleib Du bei mir“.

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