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Mettmann: Burberg-Eicker meldet Insolvenz an

Mettmann : Burberg-Eicker meldet Insolvenz an

Die Mettmanner Feder-Fabrik investierte in den vergangenen Jahren erheblich und hat Finanzierungsprobleme.

Die Feder-Fabrik Burberg-Eicker, mit 158 Jahren das älteste mittelständische Unternehmen in der Stadt, hat am Freitag Insolvenz angemeldet. Allerdings besteht bei Belegschaft, Betriebsrat und bei der Geschäftsführung große Hoffnung, dass das Unternehmen wieder liquide wird und die Insolvenzphase überwunden werde. Ein Insolvenzverwalter wurde bestellt. Es ist Dr. Jörg Bornheimer aus Wuppertal. "Es ist das Ziel, mit der Eröffnung der Insolvenz eine Auffanggesellschaft zu gründen, um eine übertragende Sanierung hinzubekommen", sagte Dr. Mike Westkamp, Mitarbeiter des Insolvenzverwalters. Eine neue Gesellschaft müsse gegründet werden, die die betriebliche Einheit übernehme.

Die 102 Mitarbeiter sind in einer Versammlung informiert worden und wollen alle weitermachen, sagte die Geschäftsführung. Bis Februar wird Insolvenzgeld gezahlt. Entlassungen seien nicht geplant. "Wir hoffen alle Mitarbeiter zu halten", sagte Geschäftsführer Arne Paul Oltmann. Es gebe ein Restruktionsgutachten mit Banken und Zulieferern.

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Bis zuletzt seien intensive Gespräche mit Kreditinstituten und Großkunden geführt worden, um eine vorinsolvenzliche Einigung hinzubekommen, sagt Oltmann. Diese Gespräche seine sehr kooperativ verlaufen. Doch am Ende habe es keine tragfähige Lösung gegeben.

Fritz Eigen hatte das Unternehmen vor zehn Jahren an seinen Sohn Philip abgegeben. Der investierte in die Anlagen-Technik, kaufte Spezialautomaten, mit denen filigrane Teile eingespritzt werden können, und steigerte den Umsatz von sechs auf zwölf Millionen Euro. In diesem Jahr peilte das Unternehmen einen Umsatz von 15 Millionen Euro an, für 2013 sollten es 18 Millionen sein. "Wir mussten in den drei Jahren nach der Krise im Automobilbau kräftig investieren, um konkurrenzfähig zu bleiben", betont Dr. Philip Eigen, geschäftsführender Gesellschaft von Burberg-Eicker. Über 50 Mitarbeiter seien zusätzlich eingestellt worden.

Die Auftragslage war hervorragend. Die Kunden standen Schlange. Aber: "Wir sind vom Investitionsbedarf überrannt worden." Es habe Fehleinschätzungen gegeben. Das Unternehmen stellte auf moderne Steckverbindungen um. Mit Stanzteilen war auf Dauer kein Geschäft mehr zu machen. Damit hätten keine gewinnbringenden Aufträge mehr generiert werden können, so Eigen. Die Umstellung der Produktion bedeutete zusätzliche Kosten und Finanzierungsprobleme. "Durch den Antrag auf Insolvenz ist uns der Druck der Automobiler genommen worden", betont Oltmann. Ende November wäre man in die Zahlungsunfähigkeit gekommen. "Deshalb haben wir vorher die Notbremse gezogen", sagte Eigen. Hinzu kam, dass ein Großkunde seine Produktionsstätte von Düsseldorf nach Bulgarien verlegte. Die Folgekosten seien enorm gewesen. Das habe eine sechsstellige Summe gekostet. "Die Produktion wird in vollem Umfang bis zum 31. Januar 2013 aufrechterhalten", sagte Arne Paul Oltmann. Derzeit laufen Gespräche mit den 50 Kunden. "Der größte Kunde hat uns seine Unterstützung angeboten und will uns helfen", so Eigen.

(RP)