Erkrath: Bürger wollen Erkrath fördern

Erkrath: Bürger wollen Erkrath fördern

Mit Dreck-Weg-Tagen, Graffiti-Wänden und Kunstobjekten im öffentlichen Raum will der Arbeitskreis Tourismus seine Heimatstadt verschönern und beleben. Weitere Ideen sind willkommen.

Die Schlafstadt wecken und neu beleben — das hat sich der Arbeitskreis Tourismus in Erkrath, kurz Aktie, zum Ziel gesetzt. Damit Erkrath sich künftig von seiner schönsten Seite zeigt, sollen beim Aktionstag am 17. März die Bürger die Ärmel hochkrempeln und mit anfassen. "Wir wollen ein Gemeinschaftsgefühl wecken und Arbeiten erledigen, für die die Stadt kein Geld hat", sagte Initiator Udo Kampschulte beim Treffen des Arbeitskreises im Arcandor-Hotel.

Die IG Erkrath hat sich beispielsweise verpflichtet, im Naturschutzzentrum Bruchhausen die Zäune zu reparieren, Blumen zu pflanzen und sich um den Baumschutz zu kümmern. Unterfeldhaus Aktiv verteilt Blumensamen an Passanten, und die CDU Hochdahl ruft dazu auf, den Bahnhof Millrath zu säubern. "Eine andere Gruppe hat angekündigt, den Hang an der Kreuzstraße auf der Höhe des Friedhofs von Müll zu befreien", berichtet Udo Kampschulte.

Eine halbe Stunde Einsatz reicht

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Er koordiniert mit Bernd Herrmann die Veranstaltungen und hofft auf weitere Vorschläge. "Die Bürger können uns anrufen und Projekte melden, ohne sie selbst realisieren zu müssen. Wir suchen dann Freiwillige, die das übernehmen." Bei der Premiere im vergangenen Jahr haben sich 200 Erkrather beteiligt, diesmal sollen mindestens ebenso viele mitmachen. "Das hängt natürlich auch vom Wetter ab", sagt Udo Kampschulte.

Niemand muss sich für den gesamten Tag verpflichten, eine halbe Stunde lang mitmachen reicht. "Wir wollen Akzente setzen und die Stadt lebenswerter machen." Dazu soll jedoch nicht nur der Dreck weg, es soll auch etwas Neues entstehen. Dafür möchte unter anderem die Ateliergemeinschaft ART 3+1 sorgen. Die Künstler wollen gemeinsam mit den Bürgern Objekte aus Erkrather Erde gestalten.

Mehr Kunst im öffentlichen Raum wünscht sich Willi Schaefer. Er stellt eine 100 Meter breite Wand von einem seiner Betriebe für eine Graffiti-Gestaltung zur Verfügung. "Welche das sein wird, geben wir kurzfristig bekannt", betont der Unternehmer. Er möchte Jugendliche aus Erkrath motivieren, bis zum 10. März Vorschläge zum Thema "Cars" bei Aktie einzureichen. "Der Film bietet viel Potenzial für Kreativität", sagt Willi Schaefer. Ihm ist es wichtig, dass ein Gemeinschaftswerk entsteht und die Sprayer sich ganz legal austoben dürfen. "Die Stadtwerke haben auch schon signalisiert, Trafo-Stationen zur Verfügung zu stellen, und wir hoffen, dass noch weitere Firmen Flächen spenden." Mehrere Kilometer lang soll das Bild entlang der Autobahn sein. Dort soll, unabhängig vom Aktionstag, eine Lärmschutzwand mit Erkrather Motiven für die Stadt werben. "Das ist eine einmalige Chance für uns, denn zehntausende Autofahrer sehen das täglich", sagt Kampschulte. Er möchte das Projekt von Stadt und Straßen NRW begleiten. Den Vorschlag, die Schlafstadt mit einem riesigen Bett zu präsentieren, lehnten die Mitglieder des Arbeitskreises ab.

(domi)