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Mettmann: Bürger wollen Bäume retten

Mettmann : Bürger wollen Bäume retten

Eine Initiative hat sich gegründet und sammelt Unterschriften für ein Bürgerbegehren.Rotbuche und Grünzug an der Straße Am Königshof sollen erhalten bleiben. Es wurde Kritik am „Kö-Karree“ geübt.

In Mettmann hat sich eine Bürgerinitiative mit dem Ziel gegründet, die Bäume an der Straße Am Königshof zu erhalten. Ursprünglich ging es nur um die Rettung der 200-jährigen Rotbuche, doch im Laufe der Versammlung wurde die Zielrichtung erweitert. Hintergrund: Die Stadt als Eigentümer des Geländes um die alte Schule hat vor, die Fläche dem Mettmanner Bauverein (MBV) zu verkaufen. Der MBV hat die Absicht, an dieser Stelle das Kleine Kö-Karree mit Wohnungen und Geschäften, beziehungsweise Gastronomie, zu bauen. Der Planungsausschuss hatte mit großer Mehrheit am 2. Mai (Grüne und zwei SPD-Mitglieder stimmten dafür) den Antrag der Grünen abgelehnt, die Rotbuche als Naturdenkmal zu erhalten.

Beschluss kippen

Jetzt will die Bürgerinitiative mit den drei Sprechern Christoph Hütten, Doris Holthaus-Urban und Magdalena Hütten sowie mit dem Vertreter der Sprecher, Jens Jachmann, Unterschriften sammeln, um den Beschluss „Rotbuche fällen“ zu kippen. Nach Auskunft von Horst Diekkämper – er stellte sich als Ratsmitglied der Grünen vor – werden 1700 bis 1800 Unterschriften benötigt. Mit dem Sammeln der Unterschriften soll bereits in den nächsten Tagen begonnen werden.

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Hans-Otto Becker, der zusammen mit Eckhard Thimm zu dieser Bürgerversammlung im Mettmanner Hof eingeladen hatte, kritisierte die Argumentation des MBV, „aus wirtschaftlichen und technischen Gründen“ könne man das Kö-Karree nicht kleiner bauen. Die Rotbuche, so der MBV, verhindere zudem die direkte Anbindung der Gebäude an die Freiheitstraße. Mit ihrem Kronendurchmesser von 30 Metern stehe sie einer Bebauung im Wege. „Wir haben es beim Bauverein mit Leuten zu tun, die sich an sterilen Fassaden ergötzen können, nicht aber an schönen Bäumen“, sagte Becker und fügte hinzu: „Man kann anders planen, man muss nur wollen.“

Der MBV, so Horst Diekkämper habe fünf Häuser an der Straße Am Königshof geplant. „Vier reichen auch. Mit 80 Prozent der Gebäude hat man reichlich gebaut. Ob die Läden gebraucht werden, weiß ich nicht, ob die Wohnungen gebraucht werden, weiß ich auch nicht.“ Unmut über die Konzeption des Kö-Karrees äußerte Marianne Stutte: „Die Bebauung bis an die Bürgersteige ist zu groß.“ Doris Holthaus-Urbahn sprach von einer „kommunalpolitischen Diktatur im Rat“. „Wir müssen mehr wollen, als nur die Rotbuche erhalten“, sagte sie. Thomas Dinkelmann, Ortsvereins-Vorsitzender der SPD, vermisste eine Gesamtplanung für die Innenstadt. „Mettmann ist eine Stadt im Grünen. Mit diesem Pfund muss man wuchern.“ Man müsse 2500 Bäume pflanzen, um die positive Wirkung der Rotbuche auf die Natur zu ersetzen, sagte Hanna Köster.

Eckhard Thimm wies noch einmal darauf hin, dass es der Interessengemeinschaft nicht darum gehe, das Gesamtprojekt „Kö-Karree“ zu torpedieren. „Wir wollen nur die grüne Lunge erhalten.“

Nächstes Treffen der Bürgerinitiative ist am Freitag, 8. Juni, um 19.30 Uhr im Mettmanner Hof an der Breite Straße.

(RP)