Bürger reden über Mettmanns Baustellen

Mettmann: Bürger reden über Mettmanns Baustellen

Großen Zulauf gab es gestern bei der Mobilen Redaktion: Bis zu 60 Interessierte scharten sich zeitweise um den Stand der RP und diskutierten kritisch, aber konstruktiv über die die drängendsten Themen in Mettmann.

„Mettmann hat viele Baustellen - welche ärgert Sie?“, so lautete das Thema der Mobilen Redaktion, zu der die RP gestern eingeladen hatte. Und die Resonanz war groß: Zeitweise scharten sich bis zu 60 Interessierte um den Stand der Redaktion, um bei einer Tasse Kaffee über die drängendsten Themen in Mettmann zu diskutieren. Bürgermeister Thomas Dinkelmann und Dezernent Kurt-Werner Geschorec standen als Gesprächspartner bereit. Und tatsächlich, die Vielfalt der Themen zeigt: es gibt viele Baustellen in Mettmann.

Düsselring Dazu sagte Anwohner Joachim Neumann: „Es muss über die Ursachen des schlechten Zustandes des Düsselrings und der Hubertusstraße gesprochen werden. Kalklaster haben die Straße ramponiert. Und die Stadt hat es jahrelang versäumt, diese maroden Straßen grundlegend zu sanieren.“ Die Anwohner, so Neumann, wehren sich jedoch gegen eine Luxussanierung. Dazu Bürgermeister Dinkelmann: „Von einer Luxussanierung kann man nicht sprechen, wenn rechts und links Radwege angebracht werden. Dies ist heute normaler Standard.“ Er halte jedoch auch das kommunale Abgabengesetz für ungerecht, das die Stadt dazu zwingt, Gebühren von den Anwohnern zu erheben: „Es kann nicht sein, dass die Kommunen die Anlieger zur Kasse bitten müssen, um die Sanierung zu bezahlen.“ Auf die Forderung von FDP-Fraktionschef Klaus Müller, endlich offenzulegen, was auf die Bürger zu kommt, antwortete Dezernent Kurt-Werner Geschorec, dass die Eigentümer eines Einfamilienhauses mit einem 500 Quadratmeter großen Grundstück zwischen 3000 und 5000 Euro Anliegerbeiträge zahlen müssen, bei einem Reihenhaus entsprechend weniger.

Die Stadt hofft, dass die Neandertalhalle nicht unter Denkmalschutz gestellt wird, da sie dann einen größeren Handlungsspielraum habe. Neun Millionen Euro in eine Halle zu stecken, die nicht barrierefrei und wenig einladend sei, mache wenig Sinn, sagte der Bürgermeister. Mettmann brauche eine große Veranstaltungshalle, die man auch multifunktional nutzen könne. So seien Messen in der Neandertalhalle nicht möglich, da man mit einem Hubsteiger nicht in die Halle fahren könne.

Nordstraße „300 Busse fahren jeden Tag über die Nordstraße, davon viele Leerfahrten und Dienstfahrten zum Rheinbahndepot“, sagt Anlieger Jürgen Memmer. Was ihn stört, seien die Brems- und Beschleunigungsmanöver. Die Anlieger fordern einen „stetigen Verkehrsfluss“. Bürgermeister Dinkelmann befindet sich in Gesprächen mit dem Kreis, der am Tempo 50 festhalten will. „Möglicherweise wird es auf der Nordstraße eine Tempo 30-Zone, etwa vom Borner Weg bis zur Schwarzbachstraße geben“, sagte der Bürgermeister.

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Netztrennung Leider würden nicht alle Verkehrsteilnehmer die Verkehrsschilder akzeptieren und ihre eigenen Regeln aufstellen, entgegnete Geschorec auf die Kritik einer Bürgerin. Doch die Stadt sei zuversichtlich, dass das Durchfahrtverbot durch einen Teil von Schwarzbach- und Flintropstraße nach und nach akzeptiert werde. „Die Polizei wird uns unterstützen müssen in der Anfangszeit“, sagte Geschorec.

Radfahren Die Straße Am Königshof ist bald in beide Richtungen für Radfahrer befahrbar. Klagen gab es über den schlechten Zustand der Radwege an der Talstraße. Hier sei das Land in der Pflicht, für Abhilfe zu sorgen: „Wir können nicht mehr tun, als Hinweise zu geben“, sagte Geschorec. Das sei auch für die Stadtverwaltung unbefriedigend.

Die Stadt lädt für Donnerstag, 20. September, 18 Uhr, zu einer Informationsveranstaltung zum Thema „Straßenerneuerung Düsselring“ in die Neandertalhalle ein. Sie stellt die bisher entwickelten Planungsvarianten vor und informiert über die Anliegerbeiträge, die nach dem Kommunalabgabengesetz erhoben werden.