Mettmann/Erkrath/Wülfrath: Bürger kämpfen gegen Orkan-Folgen

Mettmann/Erkrath/Wülfrath : Bürger kämpfen gegen Orkan-Folgen

Beim großen Sturm am Pfingstmontag sind nicht nur Bäume umgekippt. Auch Keller liefen voll Wasser. Mit den Spätfolgen werden die Städte noch wochenlang beschäftigt sein. Die Regiobahn hat den Verkehr wieder aufgenommen.

Familie Hofmann wohnt am Bibelskircher Weg zwischen Mettmann und Wülfrath. Das Haus liegt in einer Senke. Seit dem schweren Sturm vom vergangenen Montag haben sich dort enorme Mengen an Regenwasser gesammelt. Der Boden ist verschlammt, der Keller voll - bislang kümmern sich die Hofmanns selbst darum, ihr Grundstück und ihr Haus trocken zu legen. So wie den Hofmanns ergeht es zurzeit vielen Bürgern in Mettmann, Erkrath und Wülfrath. Die Gärten und Wege werden von den herunter gefallenen Ästen befreit. Fast an jeder Straße sieht man die Leute mit einem Besen in der Hand stehen. Die Städte warnen allerdings die Bürger, sich bei den Aufräumarbeiten nicht selbst zu gefährden.

Allerdings: Die Reinigung der Gehwege ist immer Sache des jeweiligen Anliegers. Darauf weist die Stadt Erkrath jetzt hin. Das Grüngut kann in der Biotonne entsorgt werden. Große Äste, die den Gehweg blockieren und nicht selbst entsorgt werden können, sind laut Stadt Erkrath "vorerst so am Rande zu lagern, dass Fußgänger und Verkehr nicht behindert werden". Dickes Stammholz mit einem Durchmesser von mehr als zehn Zentimetern oder Wurzelballen/Baumstümpfe gelten allerdings nicht mehr als Gartenabfall, weil sie nicht in der Kompostierungsanlage verwertet werden können. Allerdings ist vom Mettmanner Bauhof zu hören, dass da schon mal das ein oder andere Auge zugedrückt wird.

Gullys und Wasserabläufe sollten auf jeden Fall frei von Ästen gehalten werden. Von Bäumen können weiterhin Gefahren ausgehen. Mit herunterfallenden Ästen oder Gebäudeteilen sei nach wie vor zu rechnen. Der Einsatz ist selbst für die Profis riskant. So konnte die Gruitener Straße in Erkrath gestern noch nicht frei geschnitten werden, da herunterfallende Äste eine große Gefahr darstellen. Die Parkanlagen und Wälder bleiben bis auf Weiteres gesperrt.

Die Verkehrslage hat sich gestern weitgehend normalisiert. Die Mettmanner Regiobahn konnte ihren Betrieb zwischen Mettmann-Stadtwald und dem Düsseldorfer-Hauptbahnhof im 30-Minuten Takt wieder aufnehmen. Auch die S-8 zwischen Erkrath und Düsseldorf fuhr wieder. Landrat Thomas Hendele zeigte sich sehr beeindruckt von der Arbeit der mehr als 1000 Helfer im Kreisgebiet. "Obwohl der Kreis Mettmann in NRW mit am schwersten betroffen war, gingen die Aufräumarbeiten hier zügig vonstatten", sagte Hendele. Schon jetzt spreche er allen Helfern seinen tief empfundenen Dank aus.

Der Schulbetrieb lief gestern in Wülfrath und Mettmann normal. Alle Schäden an Zufahrten und Bäumen rund um die Schulen wurden rechtzeitig beseitigt. Probleme gab es an der Erkrather Johannesschule. Der Unterricht in der Katholischen Grundschule an der Hölderlinstraße fiel gestern aus, weil ein Baum auf den Schulhof gefallen war. Ein Gutachter hat mittlerweile festgestellt, dass ein weiterer Baum gefällt werden muss sowie an drei Bäumen die Kronen zurückgeschnitten werden müssen. Der Unterricht findet heute statt, die Schüler werden bis zum Abschluss der Arbeiten im Gebäude bleiben. Der Schulhof bleibt wahrscheinlich bis in die kommende Woche hinein gesperrt. Erst dann können Ogata und die Sportvereine die Turnhalle wieder nutzen.

(RP)