Erkrath: Brandstifter auf Posemarré

Erkrath: Brandstifter auf Posemarré

Unbekannte Täter stecken in der Nacht zu Freitag zwei Radlader in Brand. Der Sachschaden beträgt 80 000 Euro. Die Feuerwehrpumpt hunderte Liter ausgelaufenes Hydrauliköl ab. Versicherung zahlt nicht für Vandalismus.

Meterhohe schwarze Rauchwolken, beißender Geruch von verbranntem Kunststoff und das laute Reifen-Platzen zwei lichterloh in Flammen stehender Radlader wecken Anwohner der Bismarckstraße in der Nacht zu Freitag unsanft aus dem Schlaf. Auf dem Gelände der Baustelle Posemarré haben bislang unbekannte Straftäter gegen 2.55 Uhr zwei Radlader des Düsseldorfer Gartenbauunternehmens Prager in Brand gesetzt.

Als Polizei und Feuerwehr eintreffen, brennen die zwei L-förmigan an einem Werkzeugcontainer abgestellten Baumaschinen bereits in voller Ausdehnung. Nachdem die Feuerwehr einige Bauzäune entfernt, kann die Wehr zum Brandort vorrücken. "Weil die Düssel in unmittelbarer Nähe vorbeifließt, konnten wir nicht mit Schaum löschen", sagt Feuerwehr-Chef Guido Vogt. Stattdessen setzt die Feuerwehr 5000 Liter Wasser ein, um die Flammen zu ersticken.

Tauchpumpe im Einsatz

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Aus den beiden vollständig verbrannten und zerstörten Baugeräten waren vermutlich mehrere hundert Liter Hydrauliköl in eine etwa 200 Quadratmeter große Regenwasserlache auf dem Gelände ausgelaufen, berichtet die Feuerwehr. Die Untere Wasserbehörde des Kreises Mettmann verpflichtet die Feuerwehr, dass sich mit dem Regenwasser vermischte Hydrauliköl mit einer Tauchpumpe vom Grund der Wasserlache abzusaugen.

Die groben Ölrückstände werden mit Bindemitteln abgestreut. Mehr als 36 Kubikmeter Wasser saugte die Feuerwehr ab. Das restliche Ölwassergemisch sowie der Ölschlamm wurden durch ein Spezialunternehmen abgesaugt. Erst um 9 Uhr morgens konnte die Erkrather Feuerwehr ihren Einsatz beenden. Menschen wurden durch den Brand nicht verletzt, berichtet ein Sprecher der Polizei. Der Sachschaden beläuft sich nach ersten Schätzungen auf etwa 80 000 Euro. Nach derzeitigem Ermittlungsstand geht die Polizei von Brandstiftung aus.

Für das Gartenbauunternehmen Prager gehören Vandalismus und Diebstahl schon zum Alltag. "Uns wurden schon Bagger angesteckt und Radlader gestohlen", berichtet Wilfried Prager, der mit seinem Bruder Harald die Firma leitet. Die beiden zerstörten Radlader haben nach seinen Angaben neu zusammen 200 000 Euro gekostet. Um sie wieder zu beschaffen, müsste er nun 120 000 Euro bezahlen. Mehr als ärgerlich: Eine Versicherung gegen Vandalismus und Brandlegung hat das Gartenbauunternehmen nicht. "Die Prämien wären viel zu teuer", sagt Prager. Er ärgert sich über eine immer gewaltbereiter und sensationslüstern werdende Jugend. Er selbst habe mal einen Jugendlichen beim In-Brand-Stecken eines seiner Kleinbagger ertappt. Der Jugendliche habe ihm gesagt, "So was immer nur im Internet zu sehen, ist doch langweilig". Prager möchte nun in den kommenden Tagen rund um die Baustelle Zettel verteilen, mit denen er die Bevölkerung um Mithilfe bei der Suche nach den Tätern bittet. "Irgendwer muss doch was gehört oder gesehen haben", hofft Prager. Ob der oder die Täter – sollten sie denn gefunden werden – den Schaden überhaupt bezahlen können, bleibt zweifelhaft.

(RP)