Brandschutzbedarfsplan in Mettmann

Feuerwehr Mettmann auf dem Prüfstand: In Mettmann fehlen 65 Feuerwehrleute

Der Entwurf des Brandschutzplans ist vom Kreisbrandmeister kritisch unter die Lupe genommen worden. Es gibt Mängel, die abgearbeitet werden müssen.

Zwar hat der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung den Entwurf des Brandschutzbedarfsplan einstimmig verabschiedet, doch Matthias Mausbach, Abteilungsleiter der Feuerwehr und des Rettungsschutzes, muss mit seinen Kameraden noch erheblich nachbessern, damit alle Auflagen des Feuerschutzes erfüllt werden. Aber: Der Kreis als Aufsichtsbehörde hat dem Rat dennoch empfohlen, dem Brandschutzbedarfsplan zuzustimmen, da man zuversichtlich sei, dass die Planziele in den nächsten Monaten erreicht werden.

Bis zum 1. Oktober 2019 soll Mausbach dem zuständigen Kreisbrandmeister Torsten Schams berichten, ob die ausstehenden Aufgaben erfüllt worden sind. Kritik wird vom Kreis besonders an der Personalstärke der Mettmanner Feuerwehr geübt. Klare Worte findet Schams: „Die geringe Tagesverfügbarkeit des Ehrenamtes, gepaart mit einer unterdurchschnittlichen Anzahl zur Verfügung stehender freiwilliger Kräfte insgesamt sowie einer nicht ausreichenden Anzahl von nur zwei Funktionsstellen im Hauptamt für eine Sicherstellung des Brandschutzes, lässt eine gegenseitige, auskömmliche Unterstützung der tragenden Säulen Hauptamt und Ehrenamt nicht zu, da beide Organisationseinheiten für sich zu schwach aufgestellt sind.“

Der Durchschnittswert zur Stärke der Freiwilligen Feuerwehr - 4,6 ehrenamtlich aktive Feuerwehrkräfte je 1000 Einwohner - werde in Mettmann nicht erreicht. In der Kreisstadt lautet der Wert 2,9 Angehörige der Wehr je 1000 Einwohner. Mit anderen Worten: Der landesweite Durchschnitt werde somit um 37 Prozent in Mettmann unterschritten. Um den Landesdurchschnittswert zu erreichen, bedarf es 180 ehrenamtlicher Kräfte in Mettmann. Das heißt: Es fehlen  65 aktive Feuerwehrleute. Derzeit verfügt die Mettmanner Wehr über 102 ehrenamtliche Kräfte.

Das Problem drückt sich bei Einsätzen aus: „Ein Zielerreichungsgrad von lediglich 8,3 Prozent deutet ausdrücklich darauf hin, dass in mehr als 90 Prozent die Feuerwehr an Werktagten tagsüber verspätet und/oder mit zu wenig Personal an der Einsatzstelle eintrifft.“

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Zweiter Kritikpunkt ist der Standort der Feuerwehr. Die Wache an der Laubacher Straße ist zu klein und zu alt. Die Wehr plant deshalb einen neue Hauptwache entweder zwischen Mettmann und Metzkausen am Peckhaus oder an der Osttangente. Schams: „Der Standort an der Hasseler Straße eröffne die Möglichkeit, den Stadtteil Obschwarzbach in der gebotenen Hilfsfrist und mitausreichem Personal zu erreichen.“ Allerdings müssten dafür die Wirtschaftswege „ertüchtigt“ werden.

Eine Standortverlagerung der Hauptfeuerwache an die Osttangente würde die Einsatzfähigkeit nochmals stärken. Da die Stadt Wülfrath aktuell ihren Bandschutzbedarfsplan fortschreibt, wäre eine interkommunale Zusammenarbeit beider Städte möglich, heißt es in der Stellungnahme des Kreises.

Und weiter: „Der bauliche Zustand aller Liegenschaften weise nach wie vor erhebliche Defizite auf. Insbesondere die Anforderungen des Unfall- und Gesundheitsschutzes lassen einen Aufschub der Mängelbeseitigung ausdrücklich nicht zu. Geschlechter getrennte Umkleiden und Duschen seien weder im Gerätehaus Metzkausen noch in Obschwarzbach vorhanden.“

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