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Erkrath: Besuch vom Baron der Herzen

Erkrath : Besuch vom Baron der Herzen

Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg ist auf Posemarré in Erkrath zu Gast. Abgeordnete Michaela Noll begrüßt 400 Gäste aus Politik und Wirtschaft.

Der Erkrather Unternehmer Hasso von Blücher hat schon ein bisschen Mut. Vor 400 geladenen Gästen aus Politik und Wirtschaft bezeichnet er Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg als "Westentaschen-Obama". Überdies habe er zu viel Gel in den Haaren und dazu noch viel zu viele Vornamen.

Von Blücher hat die Lacher in seiner eigenen Halle 23 auf dem Posemarré-Gelände erstmal auf seiner Seite. Der Bundeswirtschaftsminister lacht natürlich auch mit. Die angeblich negativen Eigenschaften des Polit-Shooting-Stars der CSU haben sich Blüchers Angestellte ausgedacht, als er sie nach ihrer Meinung zu Guttenberg befragt hat. Dabei ist auch eine Menge positives raus gekommen, so der Hausherr. Attribute wie "knackig, nett, offen, gebildet und gut aussehen" seien genannt worden. Wir lebten in einer Generation in der viele nicht mal mehr Ludwig und Heinz Erhardt auseinander halten kann, so von Blücher und lobt die Unbequemlichkeit des Ministers, der vielleicht schon bald gar keiner mehr ist.

Beide Kreuze bei der CDU

Die CDU-Bundestagsabgeordnete Michaela Noll nennt zu Guttenberg einfach nur den "Baron der Herzen". Zumindest aus Frauensicht, obwohl den Begriff "Baron der Herzen" eigentlich ein Journalist geprägt hat. In Berlin haben sich Noll und zu Guttenberg kennen gelernt und auf ihre Einladung kommt der Wirtschaftsminister gerne nach Erkrath, um ein wenig Wahlkampf zu machen. "Wir streben eine bürgerliche Koalition aus CDU und FDP an", sagt zu Guttenberg. Aber: Die Wähler sollten doch bitte auch mit der Zweitstimme die CDU und nicht die FDP wählen. Die CDU brauche erstmal ein gutes Fundament für die geplante Koalition. Andere Möglichkeiten zur Regierungsbildung wie etwa Rot/Rot sind ihm ein Dorn im Auge und der Saal klatscht laut Beifall.

Staatliches Fördergeld in Unternehmen zu pumpen, die durch krasse eigene Management-Fehler fast pleite sind, da hat der Minister mit einer 850-jährigen adeligen Familiengeschichte gar nichts mit am Hut. Den "Insolvenzminister" nennen ihn deshalb viele, aber das scheint ihn nicht sonderlich zu stören. Insolvenz bedeute noch lange nicht pleite, es könne auch eine Chance sein für Firmen.

Mit Blaulicht, Bundesgrenzschutz, schwarzer Limousine, Bodyguards und Fernsehkameras im Schlepptau ist der Minister fast so schnell wieder weg wie er gekommen ist. Michaela Noll will ihn in Zukunft noch einmal einladen. Vielleicht in eine größere Halle. Damit sie nicht wieder 500 Absagen erteilen muss.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das ist Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg

(RP)