Bauarbeiter stoßen auf alte Kirchhofmauer

Mettmann : Bauarbeiter stoßen auf alte Kirchhofsmauer

Bei der Sanierung der Orthsgasse wurden Mauerreste und ein Hohlraum entdeckt. Archäologen kümmern sich um den Fund.

(arue) Damit hatte die Bürger- und Heimatvereinigung „Aule Mettmanner“ bereits gerechnet: Ende der vergangenen Woche haben Bauarbeiter bei der Sanierung der Orthsgasse Mauerreste und einen Hohlraum entdeckt. Dabei handelt es sich nach Meinung von Berthold Schulze, Mitglied der „Aulen Mettmanner“, um Reste der Kirchhofmauer. „Der Kirchhof (heute Markt) war nach Osten und Süden mit dieser Mauer befestigt“, erläutert Vorsitzender Friedel Liesenkloss. Bei dem freigelegten Hohlraum handele es sich um einen sehr alten, aus Bruchstein gemauerten Brunnen. Es sei einer von fünf Pütts, also öffentlichen Brunnen, die innerhalb der Stadtmauer lagen. „Dieser Brunnen war bis 1900 in Betrieb“, wissen die Aulen Mettmanner. Über seine Ergebnisse habe Berthod Schulze die Archäologen vor Ort informiert.

Dabei gab es zunächst einige Aufregung um den Fund: „Berthold Schulze hatte uns per Mail mitgeteilt, dass bei den Bauarbeiten in der Orthsgasse Mauerreste und ein Hohlraum gefunden wurden und nach Informationen gefragt. Wir hatten keine und waren davon ausgegangen, dass die Arbeiten im Bodendenkmalsbereich wieder von einem Archäologen begleitet werden“, berichtet Liesenkloss. Das hatte die Stadt auch zugesichert. So hätten die Aulen Mettmanner beim LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland nachgefragt. Diese waren aber laut Auskunft nicht involviert. Erleichterung dann am Mittwochmorgen: „Unser Mitglied hat sich noch einmal gemeldet und teilte uns mit, dass er gestern Archäologen vor Ort angetroffen hat“, berichtet Liesenkloss. Thomas Lekies, Sprecher der Stadt Mettmann, versichert: „Wie bei der Neugestaltung der Fußgängerzone werden auch die Arbeiten in der Orthsgasse archäologisch begleitet.“ Die Firma Archbau sei seit Beginn der Bauarbeiten am 2. September mit der archäologischen Betreuung der Baumaßnahme beauftragt. „Archbau wurde von uns am vergangenen Freitag über die Funde informiert, so dass Mitarbeiter am Montagmorgen alles dokumentiert und aufgenommen haben“, berichtet Stephan Kopp, Amtsleiter für Bauen und Gebäudemanagement in der Stadtverwaltung. Die Orthsgasse wird in zwei Abschnitten bearbeitet: Zunächst wurde die Treppe von der Freiheitstraße bis zum Podest neu hergestellt. Jetzt wird in einem zweiten Bauabschnitt der restliche Teil der Treppe vom Podest bis zum Markt erneuert. Für diesen Abschnitt vermuteten die Aulen Mettmanner denn auch historische Relikte im Boden.

Dieses Bild zeigt den alten „Pütt“, einen von fünf einstmals öffentlichen Brunnen. Foto: Aule Mettmanner. Foto: Aule Mettmanner

Bislang ist der Zeitplan wegen der Arbeit der Archäologen noch nicht in Verzug geraten. Kopp hofft, dass die Bauarbeiten wie geplant bis zur Eröffnung des Blotschenmarktes Ende November fertig sein werden.

(arue)
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