Bauarbeiten für die neue Kreisleitstelle kommen voran

Mettmann : Bauarbeiten für Leitstelle kommen voran

Der Grundstein ist seit Donnerstag gelegt. Ehrgeiziges Ziel des Kreises: 2021 soll das Gebäude betriebsbereit sein.

Eigentlich sollte die Zeitkapsel im Grundstein der neuen Kreisleitstelle mit einer Urkunde, Gebäudeplänen, Münzen, einem Grundgesetz – schließlich war der 23. Mai der Tag des Grundgesetzes“ – und einer Zeitung befüllt werden. Doch die war plötzlich weg. Also eilte Büroleiter Martin Schlüter zum benachbarten Rewe-Supermarkt und holte ein Exemplar. Zwischenzeitlich aber hatte sich die tagesaktuelle Ausgabe der Rheinischen Post wieder eingefunden. Sorgfältig rollte Landrat Thomas Hendele sie ein, um sie in der Kupferröhre verschwinden zu lassen und gemeinsam mit Mettmanns Bürgermeister Thomas Dinkelmann, der Leitende Polizeidirektor Manfred Frorath, Kreisbrandmeister Torsten Schams und Bauunternehmer Michael Freundlieb mit reichlich Mörtel einzumauern. Da wird ein Fachmann wohl noch einmal nachbessern müssen.

120 geladene Gäste waren am Donnerstagvormittag gekommen, um dem feierlichen Anlass beizuwohnen. Darunter Cornelia de la Chevallerie vom NRW-Innenministerium in Vertretung von Herbert Reul, die Bürgermeister der Städte Erkrath (Christoph Schultz) und Haan (Bettina Warnecke), Bundestagsabgeordneter Peter Beyer (CDU), Staatssekretärin Kerstin Griese (SPD), Kreisdirektor Martin M. Richter, Kreis-Baudezernentin Ulrike Haase sowie uniformierte Repräsentanten von Polizei und Feuerwehr.

Denn um sie geht es: Mit der Grundsteinlegung kommt ein wichtiges Großprojekt in seine finale Phase – eine gemeinsame Leitstelle von Polizei und Feuerwehr. 29 Millionen Euro investiert der Kreis in das sechsstöckige Gebäude, so viel wie in kein anderes Projekt zuvor. Und er bleibt trotzdem schuldenfrei, betonte Landrat Hendele in seiner Ansprache. Zugleich erinnerte er an die Notwendigkeit des Neubaus, da die bislang getrennten Kreisleitstellen von Feuerwehr und Polizei aus allen Nähten platzen. Das sei auch durch die „alarmierend“ wachsende Anzahl der Einsätze bedingt.

Das Besondere an der neuen Leitstelle: Sie umfasst auch ein Übungszentrum für die Feuerwehr und einen Standort für ein Notarzt-Einsatzfahrzeug. Im März 2021 soll sie in Betrieb gehen. Darauf freuen sich Kreisbrandmeister Schams („Das ist eine ganz wichtige Schnittstelle und ermöglicht uns eine bessere Ausbildung“) sowie Polizeidirektor Frorath („Unsere Raumsituation entspannt sich“). Allerdings mahnte Hendele an, sich während der zweijährigen Bauphase Gedanken machen zu müssen, „wie wir die Verkehrssituation an diesem Punkt lösen“. Tatsächlich ist die Düsseldorfer Straße schon jetzt heillos überlastet. Das weiß auch Mettmanns Bürgermeister Thomas Dinkelmann, Doch weil die Düsseldorfer Straße eine Landesstraße ist, habe nicht die Stadt eine Lösung in der Hand, sondern das Land, betont er. Dinkelmann berichtet, dass die angespannte Verkehrssituation schon 2018 an Verkehrsminister Hendrik Wüst geschildert worden sei. Eine Lösung sei „ein zweispuriger Kreisel mit ausgeweiteten Bypässen und einer veränderten Ampelschaltung“, weiß Dinkelmann. Doch diese Erweiterung „geht nicht ohne Ankäufe privater Flächen“, zudem sei ein Planfeststellungsverfahren erforderlich. Eine Situation, die auch Dinkelmann ärgert: Es wird wohl noch Jahre dauern, bis sich etwas tut.

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