1. NRW
  2. Städte
  3. Mettmann

Bahn frei für erfrischenden Badespaß

Naturfreibad in Mettmann wieder geöffnet : Bahn frei für erfrischenden Badespaß

Seit Freitag hat das Naturfreibad in Mettmann nach der corona-bedingten Schließung wieder geöffnet. Mehr als 400 Mettmanner nutzten die Gelegenheit – und freuten sich über freie Plätze auf den Liegewiesen.

Das Wetter zeigte sich am Freitag mit Temperaturen um die 30 Grad am ersten Öffnungstag des Naturfreibads von seiner perfekten Seite: Flaschengrün leuchtete das 23 Grad warme Wasser. Nach der corona-bedingten Schließung können hier Schwimmer endlich wieder ihre Bahnen ziehen, Kleinkinder mit ihren Eltern im seichten Uferbereich planschen und Mutige vom Sprungturm ins kühle Nass abtauchen.

Um Abstands- und Hygieneregeln zu gewährleisten, hatte das Freibad-Team die Nutzungszeiten in Schichten aufgeteilt. 173 Gäste hatten sich für die erste angemeldet, die um 14 Uhr endete. Danach wurde eine Stunde lang das Bad desinfiziert, bevor um 15 Uhr die nächsten Besucher eingelassen wurden. Für diese Schicht war das Bad mit 300 angemeldeten Personen, „der absoluten Obergrenze, ausgebucht“, erzählt ein Bademeister. Zum Vergleich: „Sonst hatten wir in Spitzensommern schon mal 5500 Menschen hier.“

„Wir haben lange Listen mit ‚Soll‘- und ‚Ist‘-Zustand geschrieben, Aufgaben verteilt mit Datum, bis sie abgearbeitet sein müssen, und gestern Nachmittag um 17 Uhr haben wir die letzte Aufgabe streichen können“, verrät Dezernatsleiter Marko Sucic. „Wir sind dem Team vom Naturbad und allen Beteiligten super dankbar für ihre großartige Arbeit. Und der Dank gilt auch Frank Fitsch, der vor seinem Fahrradunfall schon vieles vorgearbeitet hat“, sagt Abteilungsleiter Michael Wiesenhöfer über Fitsch, den Leiter der Bäderabteilung der Stadt, der bei allen nur den Spitznamen „Mister Naturfreibad“ trägt. Wiesenhöfer betont, dass die Eintrittspreise im Vergleich zum Vorjahr stabil geblieben sind – allerdings für eine nun kürzere Nutzungsdauer. Doch der Aufwand ist gestiegen, die Zahl der Gäste geschrumpft, daher gibt es keine Preissenkungen. „Wir möchten allen einen tollen Heimatsommer in Mettmann bieten“, sagt Bürgermeister Thomas Dinkelmann, der sich vom Start im Freibad selbst ein Bild machte.

Für Leonie (9) und ihre zwei Jahre jüngere Schwester, die mit Oma Yvonne Moron direkt nach der letzten Schulstunde ins Bad gekommen sind, steht fest: „Das ist das beste Freibad überhaupt“. Und ihre Oma ergänzt: „Es könnte gern immer so leer sein. Da kann man alles noch mehr genießen.“ Dagegen hätten auch Janine Wilker, die mit Melina Kalthoff an ihrem freien Tag ins Bad gekommen ist, nichts einzuwenden. „Ich bin öfter hier und habe meine Arbeitskollegin heute einmal mit hierher genommen“, sagt die Industriekauffrau. Dass am Vortag eine Corona-Infektion in einer Mettmanner Kindertagesstätte bekannt wurde, hält die Menschen vom Badespaß nicht ab: „Ich habe davon gehört, aber das kann schließlich überall passieren“, sagt Yvonne Moron: „Wir ändern unser Freizeitverhalten nicht wegen des Verdachtsfalls.“ Gregor Unterdorf, der bis vor kurzem in der betroffenen Kita Händelstraße arbeitete, gibt sich nachdenklich: „Das kann für niemanden eine Überraschung sein, dass bei 180 Kindern, die in der Kita betreut werden, irgendwann ein Verdacht auftreten würde.“ Der Erzieher werde im kommenden Monat seine Arbeit „in einer kleinen, schnuckeligen Kita in Ratingen“ beginnen.