Ausstellung in der Goldberger Mühle in Mettmann

Die Urban Sketchers stellen aus : Goldberger Mühle wird zum Atelier

Hobbymaler stellen Zeichnungen aus, die sie in der Mettmanner Innenstadt angefertigt haben.

Eine durchweg tolle Stimmung herrschte am 1. Mai beim Mühlenfest in der Goldberger Mühle. Diesmal konnten die Besucher nicht nur das Mühlrad, das Mahlwerk oder den alten Königswinter-Backofen bestaunen, sondern die Wände des Obergeschosses zierten die Werke von sieben Mitgliedern des Vereins Urban Sketchers (wörtlich: Städtische Skizzen) aus Düsseldorf. Motiv: Die Goldberger Mühle und andere Mettmanner Sehenswürdigkeiten und Denkmäler.

Diese zum größten Teil colorierten „Skizzen“ waren vor ein paar Wochen bei dem Ausflug der Gruppe nach Mettmann entstanden. Dorthin hatte sie Günter Sappelt eingeladen, der bei den Urban Sketchers und auch im Mühlenverein aktiv ist und so den Kontakt herstellen konnte.

„Ich habe hier ein Bild von der Evangelischen Kirche vermisst“, erzählte Peter Langbehn im Gespräch mit Carsten Tiemessen, dem Vereinsvorsitzende des Künstlervereins, und da im dessen Stil so zusagte, beauftragte er ihn spontan, ein solches Werk anzufertigen. „Das ist doch ein schönes Gastgeschenk, wenn wir Besuch aus Laval haben, beziehungsweise dorthin fahren“, freute sich Langbehn über die erfolgreiche Verhandlung.

Im Stockwerk darunter war inzwischen zum zehnten  Mal Bäckermeister Karsten Hoberg dabei, die insgesamt 250 Brotlaibe fertig zu backen, die wie jedes Jahrschnell verkauft waren. Auch die 100 Brötchen für die Würstchen, die im Hinterhof gegrillt wurden, fanden wie die Reibekuchen und auch Schmalzbrote reißenden Absatz. „Solange ich stehen kann, werde ich jedes Jahr hier backen“, versprach der Bäcker auf Nachfrage. Währenddessen ließ sich im Obergeschoss ein fröhliches Damentrio Kaffee und den selbstgebackenen Kuchen - insgesamt 26 Stück hatten die fleißigen Helferinnen gebacken - schmecken. „Mich hat meine Nachbarin Lieselotte Berg heute mitgenommen, mit der ich seit Jahrzehnten immer mittwochs zum Turnen gehe. Obwohl ich jetzt seit mehr als 70 Jahren in Mettmann wohne, bin ich das erste Mal hier zum Mühlenfest“, verriet die 83-jährige Ruth Gallasch, die mit elf  Jahren nach der Flucht aus Pommern bei ihrer Tante in Mettmann untergekommen war. Ursula Quirtlitz, die jetzt zwar in Wülfrath wohnt, aber nach wie vor gemeinsam mit Lieselotte Berg bei den „Aulen Mettmannern“ aktiv ist, ist sich mit dieser einig „Schön, dass die Mühle durch die Anstrengungen von Hans-Günther Kampen erhalten werden konnte“. Vorsitzender Kampen verrät: „Es war ja fünf vor zwölf für die Mühle, als ich vor mehr als 20 Jahren einfach mit dem Entrümpeln und Restaurieren begonnen habe“. Ein Video, das im Nebenraum lief, zeigte anschaulich, wie katastrophal es um die Mühle damals stand. Auch wenn er eigentlich schon länger einen Nachfolger sucht, der den Vereinsvorsitz übernimmt, so lange er könne, werde er weitermachen, verrät Hans-Günther Kampen sich zufrieden in „seiner“ Mühle umsehend.

1954 verkaufte Graf Schaesberg die Mühle an die Stadt Mettmann. Sie diente danach als Wohnhaus. Der Verfall konnte allerdings nicht aufgehalten werden. 1998 begann  der Mühlenverein mit der Restauration.

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