Ausgezeichnet: 17-Jährige aus Mettmann glänzt in Physik

Mettmann : Physik-Ass Valerie gewinnt Preis

Die 17-jährige Gymnasiastin aus Mettmann ist Preisträgerin der Hans-Riegel-Stiftung im Fachbereich Physik. In ihrer Facharbeit beschäftigte sie sich mit kosmischer Höhenstrahlung. Noch Fragen?

„Sie ist ein ganz normales Mädchen“, sagt Vater Rainer Mauth am Telefon. „Sie hat einen der Dr. Hans-Riegel-Fachpreise für herausragende Schülerarbeiten im naturwissenschaftlich-technischen Bereich erhalten“, teilt die Stiftung des früheren Haribo-Mitinhabers mit. Alles ganz normal?

Schon der Titel der Arbeit klingt einschüchternd: „Nachweis und Messung der kosmischen Höhenstrahlung mit der Kamiokanne unter besonderer Berücksichtigung relativistischer Aspekte bei der Lebensdauer von Myonen.“

Valerie Mauth besucht das Konrad-Heresbach-Gymnasium in Mettmann und macht nächstes Jahr Abitur. Ihre Leistungskurse sind Mathe und Physik. „Mathe hat mich schon immer interessiert“, sagt die 17-Jährige, „das Interesse für Physik hat sich erst später ergeben.“ Ein Mädchen, das ein Faible für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, die so genannten MINT-Fächer hat. Respekt. Woher das Interesse kommt, ist auch schnell klar: „Mein Vater hat Physik studiert und mein älterer Bruder Chemie“, sagt sie. Valerie ist etwas verlegen: „Ich lese nicht jeden Tag Physikbücher“, betont sie. Zu ihren Hobbys gehören lesen – lieber analog als digital – und: „Basketball, schon ziemlich lange und mit Begeisterung.“

Dass sie sich um den Hans-Riegel-Preis beworben hat, verdankt sie ihrer Fachlehrerin Andrea Stern, die ihre Schülerin in den höchsten Tönen lobt: „Valerie ist eine außerordentlich strukturierte Schülerin mit besonderen analytischen Fähigkeiten und einem ausgeprägten Forschergeist. Ihre Arbeit über die Messung der Höhenstrahlung mit den Kamiokannen wurde mit der Bestnote eins plus (15 Punkte) bewertet.“ Über Wochen sei sie täglich nachmittags in die Schule gekommen und habe ihre Messungen angestellt. Valerie beschreibt das so: „Ich musste mich erst einmal in die Relativitätstheorie einarbeiten, und die Messungen haben erst einmal nicht geklappt.“ Schließlich aber doch.

Ihre Arbeit hat Valerie dann auf Anraten der Lehrerin bei der Riegel-Stiftung eingereicht. „Das war ganz einfach. Ich musste ja nichts mehr dafür tun.“ Dass ihre Facharbeit für einen Preis reicht (den dritten in Physik), „damit habe ich nicht gerechnet“, bekennt sie. Und freut sich über die 200 Euro Preisgeld.

Die Lehrerin hält wirklich viel von ihrer begabten Schülerin: „Ihre Leistungen sind in allen Fächern hervorragend. Sie kann komplexe Zusammenhänge gut erklären und einfach vermitteln. Sie ist sehr freundlich und kooperativ, bodenständig und genießt die Anerkennung und die Sympathie ihrer Mitschüler.“

So steht es in einem Empfehlungsschreiben, das die Lehrerin verfasst hat, um Valerie für einen Schülerworkshop am Europäischen Forschungszentrum CERN in Genf zu empfehlen. Hat geklappt: Im Oktober wird Valerie für eine Woche am CERN zusammen mit ein paar anderen Jugendlichen aus ganz Deutschland den Workshop besuchen.

Dann muss sie langsam ans Abitur denken. Und danach „erst einmal Urlaub mit Freunden machen und vielleicht mache ich erst einmal ein Freiwilliges Soziales Jahr, gerne im Ausland und irgendetwas mit Kindern.“ Studieren will sie natürlich, „wahrscheinlich Physik und Mathe.“ Wo und was genau, wird sie sich in Ruhe überlegen, wenn es so weit ist.