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Aus der Tonne zurück in den Garten

Das geschieht mit dem Biomüll im Kreis Mettmann : Aus der Tonne zurück in den Garten

Das passiert mit unserem Biomüll: Aus organischen Abfällen wird wieder frischer Kompost. So wie in Mettmann läuft es vergleichbar in allen Städten des Kreises und in Düsseldorf. Ziel ist immer die Kompostieranlage in Ratingen.

In der Natur geht nichts verloren. Diese Erkenntnis machen sich auch die Besitzer der Biotonne zunutze. In der landen unter anderem Laub, Rasenschnitt, Unkraut, Schnittblumen, Kleintierstreu aus Stroh, aber auch Eierschalen, Obst- und Gemüsereste, Teebeutel und Kaffeefilter. Das alles geht schließlich einer neuen Bestimmung entgegen.

1. Station: Die Tonne

In Mettmann sind Biotonnen mit maximal 240 Litern Fassungsvermögen üblich. Sie werden alle 14 Tage, Dezember, Januar und Februar vierwöchentlich geleert. Dafür fallen keine Sondergebühren an. Die Kosten für die Bioabfallsammlung sind bereits in den Abfallgebühren enthalten. Die Stadt appelliert an Gartenbesitzer, Grün- und Gartenabfälle gesondert zu den Abgabestellen zu bringen, da die Verwertung von gemischten Grün- und Küchenabfällen aus der Biotonne doppelt so hoch sind wie die Kosten für getrennt erfasste Grünabfälle. Fehlbefüllungen sind ein weiteres, ernstes Problem. Plastiktüten gehören nicht in die Biotonne – auch keine aus Biokunststoff. Die können bei der späteren Kompostierung nicht vollständig abgebaut werden. Doch aus Bequemlichkeit landen immer wieder Eimer, Töpfe andere Gefäße in der Tonne. Die gehören da aber genauso wenig hinein wie gekochte Speiseabfälle, Milchprodukte oder Knochen. Wie viel Biomüll in den Haushalten anfällt, ist neben saisonalen Faktoren auch von klimatischen Bedingungen wie langer Trockenheit abhängig. Nutzer sollten auf die Entwicklung von Fliegen und Maden bei zu großer Wärme achten. Tonnen dürfen nicht überfüllt werden und sollten an einem schattigen und frostsicheren Platz stehen.

Am Ende des Prozesses kommt hochwertiger Kompost heraus. Foto: Endermann, Andreas (end)

2. Station: Abholung

Alle 14 Tage holt Müllabfuhr die Bioabfälle aus den 120 oder 240 Liter umfassenden Tonnen ab. Zudem nimmt der Zentrale Bauhof, Auf dem Sand 31, täglich von 8 bis 12 Uhr Grünabfälle aus den privaten Haushalten an.

Müllwagen aus dem Kreis Mettmann und aus Düsseldorf bringen den Biomüll nach Ratingen. Foto: Endermann, Andreas (end)

3. Station: Ratingen

Die Abfälle liefert die Müllabfuhr schließlich an der Kompostierungsanlage der KDM-Kompostierungs- und Vermarktungsgesellschaft für den Bereich Stadt Düsseldorf/Kreis Mettmann in Ratingen-Lintorf am Breitscheider Kreuz ab. Die verarbeitet nach eigenen Angaben jährlich weit über 100.000 Tonnen biologische Abfälle aus der Region zu fertigem Kompost. „Das passiert innerhalb von sechs bis acht Wochen“, erklärt Frank Berndt. Dabei wird das Material zerkleinert und unter Zufuhr von Sauerstoff und der Mithilfe von Kleinstorganismen zersetzt. Das klappt innerhalb weniger Wochen, anders als beim Komposthaufen im Garten.

4. Station: Zurück im Garten

Das Endprodukt nutzen die Landwirtschaft, der Garten-Landschaftsbau und natürlich auch die Privathaushalte. Denn den fertigen Kompost gibt es sowohl bei KDM in Ratingen – sowie an mehreren anderen Stellen im Kreis Mettmann – als auch auf dem Bauhof in Hilden als lose Ware und Sackware zu kaufen. Im Gegensatz zur Mineraldüngung, heißt es von KDM, erhalte und verbessere Kompost die Bodenfruchtbarkeit. Und der Hildener Abfallberater Frank Berndt betont: „Wir bringen unseren Biomüll wieder zurück in die Gärten.“ Der Kreislauf schließt sich.