Aufhebung der Netztrennung in Mettmann

Nach dem Beschluss, die Netztrennung aufzuheben:: Händler begrüßen die Straßenöffnung

Der Einzelhandel in der Kreisstadt leidet unter der Netztrennung, sagt Andrea Konrad, Sprecher der Werbegemeinschaft. „Shared Space“ sei möglich und eine gute Alternative.

Die CDU Mettmann verteidigt ihren Antrag und den mehrheitlichen  Beschluss im Planungsauschuss, die Netztrennung in der Innenstadt teilweise aufzuheben.  Dazu die Sprecherin im Ausschuss, Ute Stöcker (CDU): „Aus unserer Sicht war dieser Beschluss wichtig: Zum einen, um die Verkehrsbelastung auf der Eichstraße, Lutterbecker Straße und Düsseldorfer Straße auf ein erträgliches Maß zu reduzieren und zum anderen, um die Länge der Verkehrswege innerhalb der Stadt insgesamt zu reduzieren.“

Und weiter: „Es soll hier gerade kein Umbau der Straßen stattfinden. Es geht nicht um die Öffnung für den Durchgangsverkehr, sondern nur um die Erreichbarkeit der Tiefgaragen.“

Die CDU-Fraktion sei zuversichtlich, dass die Verwaltung einen Weg finden werde, den südlichen Zugang zu den Tiefgaragen zu gewährleisten und hoffe, dass die hier eingeleitete Versuchsphase erfolgreich verlaufen werde.

Mettmann-Impulse begrüßt und unterstützt die politische Initiative, die sogenannte „Netztrennung“ zu überdenken und neu zu gestalten, ausdrücklich. Andreas Konrad, Sprecher von Mettmann-Impulse: „Viele Einzelhändler leiden nachweislich unter der Verkehrstrennung. Hier besteht das dringende Gebot, Zufahrt und Parkraum so zu regeln, dass die Menschen aus allen Richtungen der Stadt schnellstmöglich Zugang zu allen Einkaufsmöglichkeiten bekommen. Mit dem Rad, dem ÖPNV und dem Auto.“

Einmalige persönliche Erlebnisse, beispielsweise die Tiefgarage  der Neandertal-Passage voll erlebt zu haben, hätten keine signifikante Aussagekraft, so Konrad weiter. „Dagegen halten wir es für alarmierend, dass die Tiefgarage der Kreissparkasse nach Angaben von Filialdirektor Thomas Döring seit der Netztrennung einen Rückgang von 20 Prozent verzeichnet.“

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Und: Weitere Geschäftsschließungen seien in Mettmann nicht zu verantworten. Der stetig steigende Leerstand müsse allen eine Warnung sein. Und gleichzeitig Motivation, alle sinnvollen Anstrengungen zu unternehmen, Mettmann lebendig zu halten.

Lars Esser-Carius, Geschäftsführer der Investorengemeinschaft der   Neanderthal-Passage, habe jüngst in einem Brief Bürgermeister Thomas Dinkelmann mitgeteilt, dass „es uns ein großes Anliegen sei, dass wir allergrößte Bedenken gegen die Netztrennung hatten und haben. Wie Sie sehen konnten, haben wir bisher keine weiteren Investitionen in der Passage realisiert. Sollte die Netztrennung nunmehr wirklich nicht kommen, werden wir im nächsten Jahr die Fassade und die äußere Gestaltung der Immobilie erneuern.“
Mettmann-Impulse hält es  für wichtig, an zwei zentrale Aussagen im Vorfeld der Netztrennung zu erinnern: Dr.-Ing. Reinhold Baier vom Büro für Stadt- und Verkehrsplanung, habe bei einer Infoveranstaltung im Cape Diem bestätigt, dass eine shared-space-Verkehrsregelung für Mettmann durchaus zu überprüfen sei. Die Durchfahrtgeschwindigkeit der Fahrzeuge könne geregelt werden über Tempolimit, Hindernisse oder  einen Minikreisel.

Und: Im Vorfeld der Baumaßnahmen sei, so Konrad,  den Mettmanner Ratsmitgliedern von Fachbereichsleiter Kurt Werner Geschorec bestätigt, dass die Netztrennung bei Bedarf aufgehoben werden könnte. Dies wäre auch die Basis für den positiven Ratsbeschluss zur Netztrennung gewesen, so Konrad.

Kritiker des CDU-Antrages halten es für schwierig, eine wirkungsvolle Kontrolle der Durchfahrmöglichkeit durch die Schwarzbachstraße  zu gewährleisten. Abkürzungsverkehr sei wieder möglich.

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