Auf dem Bauspielplatz ist die Welt bunt

Jugendliche in Mettmann feiern Abschluss ihrer Ferienaktion : Auf dem Bauspielplatz ist die Welt bunt

Zum Abschluss der mehrwöchigen Ferienaktion feierten Kinder und Jugendliche ein großes Fest.

Eren und Efe sind architektonisch gesehen alte Hasen. Die beiden Brüder nehmen bereits zum dritten Mal am Projekt Bauspielplatz in den Sommerferien teil. „Ja, wir wissen schon wie man mit Hammer und Nagel umgeht“, erklärt der 16-jährige Eeren, „daher durften wir auch in diesem Jahr ein zweigeschossiges Haus bauen. Das hat uns Markus erlaubt.“

Markus heißt mit vollem Namen Markus Kier und ist der Mitarbeiter der städtischen Jugendförderung, der das Projekt Bauspielplatz leitet. Jetzt, nach sechs Wochen, muss er grinsend gestehen: „Ich kann den Namen Markus nicht mehr hören.“ Kein Wunder, 220 Kinder hat Kier, gemeinsam mit einem anderen hauptamtlichen Mitarbeiter, vier Honorarkäften und rund 20 ehrenamtlichen Helfern in ihrem Tun begleitet, ermutigt, unterstützt, mit Rat und Tat zur Seite gestanden und dabei jede Menge Verantwortung getragen. „Wir müssen ja auch immer überprüfen, wie stabil die Hauser sind die die Kinder bauen. Es darf schließlich nichts einbrechen und jemanden gefährden“ Eren hört zu und strahlt stolz. „Unsere Bude haben wir so gut gebaut, dass der Bürgermeister sogar hoch auf die Empore geklettert ist und von oben auf die Stadt hinunter geguckt hat.“

„Komm, wir retten die Welt“, so lautete das Motto des diesjährigen Bauspielplatzes. Es ging um Umweltschutz, um erneuerbare Energien, fairen Handel, Müllaktionen. „Wir haben deshalb zum Beispiel mit einem Solarkocher gekocht und wir haben gelernt, wie man einen Kakaobauern fair unterstützen kann und dafür sogar ein Zertifikat bekommen“, schwärmt der zehnjährige Efe.

Beim Abschlußfest am letzten Tag der Ferienaktion konnten Eltern, Großeltern und städtische Vertreter die Ergebnisse in aller Ruhe bewundern, es gab Spiele und frische Waffeln von „Waffel-Oma“ Margret Stolze, die seit acht Jahren herkommt, um den Ferienspaß zu unterstützen. „Also, das ist ganz wunderbar geworden“ berichtete Heidi Küper, deren Enkel am Bauspielplatz teilgenommen haben, „Nico und Jan waren ganz begeistert.“

Neben dem Bau der Gebäude haben die Kinder auch mal Müll am Bach gesammelt oder große Leinwandbilder unter dem Motto „Unsere Erde“ gemalt. Herausgekommen sind farbenfrohe, bunten Kunstwerke, die die Welt so zeigen, wie die Kinder sie gerne hätten: mit vielen Bäumen, Tieren, Natur, einem plastikfreien Meer.

„Ich fand alles super“, resümiert Eren, „und das Arbeiten mit den Händen macht mir großen Spaß, deshalb mache ich jetzt bald ein Praktikum in einem Handwerksbetrieb und wenn ich Glück habe finde ich dann auch bald eine Lehrstelle.“ Markus Kier freut sich über die Begeisterung des Schülers. „Ich möchte aber nochmal betonen, dass dieses Projekt niemals ohne die tolle Unterstützung unserer ehrenamtlichen Jugendlichen hätte stattfinden können. Sie haben einen wahnsinnig guten Job geleistet.“

Für die Ferienaktion benötigt der Bauspielplatz Jahr für Jahr 3500 Europaletten, die von Betrieben aus aus Mettmann zur Verfügung gestellt und vom Betriebshof geliefert werden. Die gebauten Buden werden in der jetzt laufenden Woche wieder auseinander genommen, geschreddert und vom Betriebshof entsorgt.

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