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Mettmann: Arzt und Fußballer von Herzen

Mettmann : Arzt und Fußballer von Herzen

Michael Schmidt kam vor 40 Jahren aus dem Saarland nach Mettmann.

Es war Zufall. Als Michael Schmidt am 1. September 1975 aus dem Saarland nach Mettmann kam, um als Assistenzarzt im Krankenhaus erste Berufserfahrung zu sammeln, ahnte er nicht, dass die Kreisstadt zu seiner zweiten Heimat werden würde. "Ehrlich gesagt, ich wusste damals gar nicht, wo Mettmann liegt", erinnert er sich schmunzelnd. Nachdem er seine Ausbildung zum Facharzt für Chirurgie und Sportmedizin absolviert und mehrere Jahre als Oberarzt tätig gewesen war, eröffnete er 1982 seine Praxis an der Neanderstaße, wo er bis heute praktiziert.

Dass Michael Schmidt in Mettmann geblieben ist, hatte aber nicht nur berufliche Gründe. Der Mediziner ist nämlich von der Pike auf ein Fußballfreund, was ihm den Einstand in neuer Umgebung erleichterte. "Fußball ist meine große Leidenschaft. Das war schon als kleiner Junge so", bekennt er. "Und er hat mich bis heute nie los gelassen." In Homburg hatte er gemeinsam mit dem späteren Fortuna-Spieler Gerd Zewe, mit dem er noch heute freundschaftlich verbunden ist, die Schulbank gedrückt. Schmidt spielte zwischen 1969 und 1973 für den FC Homburg in der Regionalliga, der damals zweithöchsten Klasse. "Damit habe ich mein Studium finanziert", sagt er rückblickend. In Mettmann kickte er dann für den Mettmanner SC und den TSV Metzkausen, bei dem er anschließend auch Trainer und Vorsitzender war und seinen Freund Helmut Steigerwald kennenlernte.

Michael Schmidt ist es gelungen, Beruf und Hobby zumindest zeitweise zu verbinden. Seit 1996 ist er für den Deutschen Fußball-Bund (DFB) regelmäßig bei Bundesligaspielen im Einsatz. Ein Erlebnis war für ihn die Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland, wo er bei vier Spielen die Urinproben der Spieler nahm.

Und er hätte auch bei der Europameisterschaft 2008 in Österreich und der Schweiz dabei sein können, doch sagte er dankend ab - Mettmann zuliebe. "Ich hätte vier, fünf Wochen in der Praxis gefehlt. Das geht nicht", sagt Schmidt, der beim Kegelklub "Holzjäger", der seit 1962 besteht, Präsident ist. So lange am Stück hat er die Stadt seit 40 Jahren nicht mehr verlassen - den Menschen zuliebe.

(ths)