Postskriptum Die Woche In Unserer Stadt: Artenschutz geht alle an

Postskriptum Die Woche In Unserer Stadt: Artenschutz geht alle an

Die Stadt hat für ihre Grünflächen einen Maßnahmenkatalog gegen das Insektensterben vorgelegt, der sich sehen lassen kann, sofern er konsequent umgesetzt wird. Er enthält viele kleine Schritte wie insektenfreundliche Pflanzen, spätes Mähen, Errichtung von Insektenhotels, aber auch einen größeren Schritt, den viele Kommunen schon vollzogen haben: Nicht nur in Parks und auf Grünstreifen, auch auf dem städtischen Ackerland, das an Landwirte verpachtet ist, soll künftig pestizidfrei gewirtschaftet werden.

Es sind zwar nur 75 Hektar, die davon betroffen wären, aber damit würde gezeigt, dass es der Stadt ernst ist mit dem Artenschutz und dass sie Giftstoffe verbannen will. Der Maßnahmenkatalog schwankt aber noch zwischen komplettem und selektivem Pestizidverzicht. Jetzt bitte keinen faulen Kompromisse machen, sonst sind alle anderen Schritte nur Feigenblätter: Erkrath sollte Glyphosat auf seinen Ackerflächen verbieten. Das Unkrautvernichtungsmittel steht im Verdacht, Krebs zu verursachen und hat damit auf Feldern nichts zu suchen.

Außerdem sollten Neonicotinoide, das sind Pestizide, die für das Bienensterben verantwortlich sein sollen, nicht länger erlaubt sein. Und auch wir Privatgärtner sollten uns überlegen, ob ein mit Pestiziden zur Perfektion gespritzter Garten noch etwas mit Natur zu tun hat. Artenschutz geht nämlich alle an.

(RP)