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Erkrath: Arcaden-Betreiber will die Givebox nicht

Erkrath : Arcaden-Betreiber will die Givebox nicht

Alle freuen sich auf den Geschenke- und Tauschschrank – nur der Immobilinen-Gesellschaft gefällt der Standort vor den Hochdahl-Arcaden nicht.

Alle freuen sich auf den Geschenke- und Tauschschrank — nur der Immobilinen-Gesellschaft gefällt der Standort vor den Hochdahl-Arcaden nicht.

Eigentlich sollte sie schon seit Juni stehen, die neue Givebox in Hochdahl. Spenden sind da, das Baumaterial liegt vor. Die Tischlerei Sebastian Heß und Schlosserei Arthur Hanke haben ehrenamtliche Unterstützung beim Aufbau des drei Meter langen und zweieinhalb Meter hohen Schrankes versprochen. Die Düsseldorfer Eishockey-Mannschaft will ihr Maskottchen "Düssi" zur Eröffnungsfeier der Givebox schicken. Und mehr noch: Die Jugendmannschaft der DEG hat ein Eishockeyturnier zugesagt, das zur Eröffnung in Hochdahl stattfinden soll, sagt einer der Privatinitiatoren, Gunnar Greuel.

Doch die Gesellschaft für Immobilien und Kapitalverwaltung Hochdahl Arcaden KG, kurz GIK, will die Box nicht an den Hochdahl Arcaden stehen haben. Die Stellungnahme des Geschäftsführers Heinz-Dieter Kivernagel gegenüber der Schirmherrin des sozialen Projekts, Michaela Noll: "Die Gesellschafter wollen das nicht." Warum die Immobiliengesellschaft den Standort für das gemeinnützige Projekt ablehnt, hat Kivernagel bisher nicht erklärt. Auch am Telefon war er gegenüber der RP nicht zu einer Aussage bereit. "Ich bin nicht mehr zu sprechen. Ich bin jetzt vier Wochen in Urlaub", lautete sein Statement. "Wir geben ihm noch Zeit bis Ende September. Dann wollen wir eine Entscheidung mit Begründung", sagt Greuel.

Sämtliche umliegende Geschäftsleute seien von der Idee begeistert. "Christoph Windges hat uns sogar angeboten, eine Unterschriftensammlung für die Givebox vor seinem Geschäft zu veranstalten", sagt Greuel. Immerhin soll sich die Hochdahler Box von anderen einfachen Schränken abheben. Die Initiatoren haben sich entschlossen, sie künstlerisch gestalten zu lassen. "Wir haben Kontakt mit dem bekannten Düsseldorfer Künstler Jacques Tilly aufgenommen, der einem seiner Mitarbeiter die Aufgabe übertragen hat", verrät Gunnar Greuel. Die Gestaltung lasse sich von den bisher eingegangenen Spenden bezahlen und mache die Givebox zu einem Blickfang.

Alle Interventionen Erkrather Politiker blieben bisher erfolglos, sagt Mitinitiatorin Beate Wirth enttäuscht. "Wir geben aber nicht auf. Der Stellplatz gegenüber von Aldi wäre einfach ideal. Er ist videoüberwacht und belebt, ohne direkt einsichtig zu sein." Denn mancher würde nicht so gern dabei gesehen, wenn er sich eine Hose oder eine Vase aus der Givebox holt, sagt sie. In der Nähe sei zudem ein Parkplatz, so dass man mit den Spenden für die Box nicht allzu weit laufen müsste. Außerdem hätten sich die Mitarbeiter der umliegenden Geschäfte bereiterklärt, einen Blick auf die Givebox zu werfen.

Ehrenamtliche "Kümmerer" kontrollieren den Schrank regelmäßig auf Müll oder Beschädigung. Dieses Prinzip funktioniert bei dem Schrank auf dem Caritas-Grundstück an der Gerberstraße sehr gut. "Die Givebox wirkt der Wegwerfmentalität entgegen und macht Menschen Freude", sagt Wirth.

(RP)