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Ärger um Anliegerbeiträge: Anwohner weiter gegen teure Sanierung

Ärger um Anliegerbeiträge : Anwohner weiter gegen teure Sanierung

Der Düsselring und die Hubertusstraße sind noch immer Streitpunkt zwischen Verwaltung und Anliegern.

Der Düsselring und die Hubertusstraße sind noch immer Streitpunkt zwischen Verwaltung und Anliegern. Anwohner des Düsselrings und der Hubertusstraße protestieren gegen eine Neugestaltung dieser Straßen.

"Auf dem Düsselring wohnen viele ältere, aber auch jüngere Familien, die Probleme haben, derartige Kosten zu tragen", schreibt ein Anwohner in einem offenen Brief an Bürgermeister Thomas Dinkelmann. Nicht alle Anwohner hätten einen fünfstelligen Betrag auf ihrem Sparbuch über, um die Sanierung der Straße zu bezahlen. Auch sei es für ältere Menschen sicherlich nicht ganz so leicht, überhaupt noch einen Kredit gewährt zu bekommen.

Die Anlieger des Düsselrings befürchten, dass sie mit hohen Beträgen für Straßenarbeiten zur Kasse gebeten werden. Dagegen protestierten sie unlängst und schlagen nun eine "grundlegende Sanierung" vor, aber keinen Luxus. Foto: Köhlen Stephan

"Ich selbst bin Familienvater von zwei Kindern", schreibt der Anwohner, "und habe mir mit meiner Familie vor vier Jahren unser Haus auf dem Düsselring gekauft. Für den Kauf und die Sanierung dieses Hauses wurden alle unsere Ersparnisse aufgebraucht, zudem mussten wir natürlich auch Kredite aufnehmen. Es wird daher für uns sehr problematisch, einen fünfstelligen Betrag für die Sanierung der Straße zu bezahlen." Im Ergebnis hätte man nach der Luxussanierung eine schöne neue Straße, allerdings mit Eigentümern, die sich nicht mal mehr die Blumen für den Vorgarten leisten könnten.

Ein anderer Anwohner erinnert an die "Geschichte" des Düsselrings: Der Schwerlastverkehr der Kalkwerke Neandertal erkannte die neue Straße schnell als Abkürzung und nutzte die neue Verbindung ab den frühen Morgenstunden für eine Verkehrs- und Lärmbelästigung ungekannten Ausmaßes, die unmittelbar nach Eröffnung der Straße den Grundstein für den heutigen schlechten Zustand legte.

In einem jahrelangen juristischen Kampf der Interessengemeinschaft Düsselring/Hubertusstraße gegen die Stadt Mettmann konnte dann zwar erreicht werden, dass Verbotsschilder für Lastwagen über 3,5 Tonnen Gesamtgewicht aufgestellt wurden, die aber wegen fehlenden Willens, dieses Verbot durchzusetzen, wenig änderten.

Erst mit der späteren Eröffnung der K18 nahm der Schwerlastverkehr den neuen, kürzeren Weg. Die in der Folge errichteten Neubaugebiete in Mettmann-West hätten anschließend für ein weiteres Anwachsen des Verkehrs auf den fraglichen Straßen gesorgt. Jetzt habe die Stadt neue Pläne, die die Anlieger erneut stark belasten würden. Fahrradstreifen auf Straßen wie diesen gehören nicht dazu, so der Anwohner.

Auch der Wegfall weiterer Parkplätze und das Fällen vorhandener Bäume nutze niemandem. "Deshalb mein Appell: Bringen Sie die Straße wieder in einen angemessenen Zustand und beenden Sie die Politik gegen die Interessen der Anwohner."

(RP)