Erkrath: Anwohner: Schüler sind zu laut

Erkrath: Anwohner: Schüler sind zu laut

Die Kinder an der Grundschule am Millrather Weg sind enttäuscht: Die schönen neuen Hockey-Tore, die seit Mai auf dem Schulhof stehen, müssen weg. Nachbarn haben sich über den Lärm der spielenden Kinder beschwert.

Alexa Stermann (8), Ben Hahn (9) und ihre Schulkameraden von der Regenbogenschule am Millrather Weg verstehen die Welt nicht mehr. Gerade mal acht Wochen stehen die funkelnagelneuen kleinen Edelstahltore, die die Kinder sich so sehnlichst gewünscht hatten, auf dem Schulhof. Und schon müssen sie wieder weg, und zwar noch vor den Ferien. Den Nachbarn, deren Gärten und Terrassen an den Schulhof grenzen, ist das Ballspiel der Grundschüler seit die Tore da sind zu laut. Sie haben sich bei der Verwaltung beschwert. Und die hat prompt reagiert.

Verordnung verbietet Ballspiel

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"Die Tore dürfen da gar nicht stehen", sagt Ulrich Schwab-Bachmann, Leiter des Amtes für Schule Kultur und Sport. Er räumt einen Fehler der Techniker des Tiefbauamtes ein. Die wollten schnell und unbürokratisch helfen und verankerten auf Anfrage des Fördervereins die von ihm spendierten Tore mal eben im Boden — ohne Rücksprache mit der Amtsleitung. Sonst hätten sie im Vorfeld erfahren, dass es eine "Ordnungsbehördliche Verordnung zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung" gibt, die das Ballspiel auf Schulhöfen verbietet.

Ohne die Beschwerde der Anwohner, hätte die Verwaltung wahrscheinlich so schnell gar nichts von den Toren erfahren. "Jetzt haben wir aber keine andere Wahl als die Demontage. Die Anwohner würden sonst mit Sicherheit klagen und auch gewinnen", sagt der Verwaltungsexperte. Nicht nur die Kassiererin des Fördervereins der Schule, Astrid Stermann, und Susanne Hahn, Mutter von Ben aus der 3 c, sind entrüstet, sondern auch Schulleiterin Christina Willert. "Ich erkenne da gar keinen Unterschied der Lautstärke auf dem Schulhof zu dem Zeitpunkt vor dem Aufstellen der Tore. Die Kinder bolzen nicht mit einem Lederball, sondern spielen mit Softbällen. Und geschrien und getobt wird auch ohne Tore." Nach der Sanierung der Schule hatten sich Förderverein, Lehrer und Kinder viel Mühe gemacht, um für Pausen und die Offene Ganztagsschule einen Spielplatz zu schaffen. "Die Kinder sind jetzt enttäuscht", sagt sie. Allerdings: Es gibt eine Möglichkeit, die Tore nachträglich genehmigen zu lassen. Da die entsprechende Verordnung vom Rat der Stadt beschlossen wurde, könnte sie so modifiziert werden, dass das Ballspiel auf Schulhöfen in bestimmtem Rahmen doch gestattet ist. Der Ärger mit den Anwohnern wäre allerdings damit nicht aus dem Weg geräumt.

(RP/ila)
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