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Erkrath: Ansprechpartnerin für Behinderte

Erkrath : Ansprechpartnerin für Behinderte

Karin Fink ist eine Frau mit Erfahrungen und guten Kontakten. Sie arbeitete viele Jahre im Fachbereich für Jugend und Soziales der Stadt. Ihr erstes großes Projekt gemeinsam mit dem Seniorenrat wird die Kontrolle des behindertengerechten Ausbaus des Hochdahler Bahnhofs sein.

Seit 8. März hat Erkrath eine Behindertenbeauftragte – als letzte Stadt im Kreis. Karin Fink von der Arbeitsgemeinschaft Behinderter in Erkrath und langjährige Mitarbeiterin der Stadt im Fachbereich Jugend und Soziales, bekleidet das Amt der Behindertenbeauftragten. "Jeder Mensch sollte die Gelegenheit haben, sein Leben, soweit er es kann, selbst zu gestalten", sagte Karin Fink, als sie sich am Dienstag dem Seniorenrat Erkrath vorstellte.

Ihre Aufgabe wird es sein, sich dafür einzusetzen, dass Menschen mit Behinderungen am öffentlichen Leben teilnehmen können. "Es sind manchmal nur Kleinigkeiten, die für den Betroffenen sehr viel ausmachen", erklärt Karin Fink. Die Probleme fingen bei nicht abgesenkten Bordsteinen an, die Rollstuhlfahrern den Weg zu ihrem Ziel erschwerten. Deswegen ist es laut der Behindertenbeauftragten wichtig, Mängel, ganz egal wie klein sie auch sein mögen, anzusprechen. Karin Fink hat durch den Verein und die Arbeit bei der Stadt einen guten Draht zu vielen Verantwortlichen aufbauen können. Dies erleichtere ihre Arbeit.

Immer ein offenes Ohr

Wenn fehlende Rampen zu Geschäften und öffentlichen Plätzen bemängelt werden, komme das Bauamt ihr gern entgegen, erklärt sie. "Zusammenarbeit ist dabei das Wichtigste." Das finden auch die Seniorenratsmitglieder, die sich über eine Kooperation mit Karin Fink freuen. Denn gerade viele ältere Menschen seien geplagt von Gebrechen und angewiesen auf Rollatoren oder Rollstühle.

Erkrath sei mit seinen integrative Gruppen in Kindergärten und Grundschulen gut aufgestellt, erklärte Karin Fink weiter. Diese ermöglichten behinderten Kindern, in normale Kindergärten und Schulen zu gehen, zumal die speziellen Förderschulen teilweise oft nicht in der Nähe des Wohnortes lägen. Obwohl sich das integrative Modell bewährt hat, befürchtet Fink, dass die behinderten Kinder trotz individueller Betreuung von Sonderpädagogen und Pflegern nicht ausreichend gefördert werden.

Die Behindertenbeauftragten machen bei ihrer Arbeit keinen Unterschied zwischen geistig oder körperlich Behinderten, jungen oder alten Menschen. Sie setzt sich überall ein, wo ihre Unterstützung gebraucht und gewünscht wird. "Im Moment bin ich noch Einzelkämpferin", erzählt Fink. Die Verbindung zum Seniorenrat sei der erste Schritt in die richtige Richtung. Das erste große gemeinsame Projekt wird der behindertengerechte Umbau des Hochdahler Bahnhofs sein.

(RP)