An(Ge)dacht in Mettmann Informationsverzicht für mehr seelische Gesundheit

Nachrichten und Informationen wichtig. Aber manchmal braucht es unbedingt eine Pause. Sie dient der eigenen Seelen-Hygiene.

 Neuer Pfarrer Gabriel Schäfer in der Neanderkirche

Neuer Pfarrer Gabriel Schäfer in der Neanderkirche

Foto: Köhlen, Stephan (teph)

Kennen Sie das noch? Im Sommer, entspannt auf der Terrasse zu sitzen, die Zeitung zur Hand zu nehmen und beim Lesen nichts finden, was einem Sorgen oder Bauchschmerzen bereiten könnte. Doch dieses Jahr ist alles anders. Lauter schlechte oder schreckliche Nachrichten prasseln auf uns ein – von „Sommerloch“ keine Spur. Und dann kann einem das Zeitungslesen mit einem gemütlichen Kaffee auf der Terrasse schon mal ziemliches Kopfzerbrechen verursachen, von Entspannung keine Spur.

Aber was wäre die Alternative? Nicht über die aktuellen Geschehnisse in der Welt informiert sein? Nicht zu wissen, was gerade passiert? Das wäre für mich zumindest keine Lösung. „Sommerloch“, das Wort hat für mich etwas mit Durchatmen, Kraft sammeln zu tun. In den Ferien dem Stress des Alltags entfliehen, einfach mal das Leben genießen. Und darauf muss ich auch in diesen Tagen nicht verzichten. Wenn einen die täglichen Nachrichten aufregen, kann man die Zeitung ja nur alle zwei Tage zur Hand nehmen, das Radio, wenn Nachrichten kommen immer mal ausschalten oder umschalten. Nicht alles muss man sofort wissen, nicht alles muss man sich stündlich aufs Neue anhören. Das Ganze hat nichts mit dem Ignorieren der aktuellen Situation zu tun, sondern dient der eigenen „Seelen-Hygiene“. Informiert bleiben ist wichtig – aber das Maß, in dem wir Informationen konsumieren eben auch. Brauchen wir eine Pause zum Durchatmen, sollten wir sie uns nehmen.

Oder um es mit den Worten von Sarah Vecera zu sagen: „Gott, es ist Sommer. Lass die Sonne in mein Herz. Lass mich auftanken. Lass mich zur Ruhe kommen. Lass mich nachdenken über das, was war und das, was kommt. Es ist gut, einen Augenblick mitten im Jahr innezuhalten.

Es tut gut, wenn ich mich auf das Wesentliche besinne. Begleite mich durch alle Höhen und Tiefen. Danke, dass Du da bist – immer. Amen.“

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