Mettmann: Am Abgrund spielen

Mettmann : Am Abgrund spielen

Am Unterbacher See entstand der erste Hochseilgarten in Düsseldorf. In zwölf Metern Höhe können Jugendliche und Erwachsene beim Klettern und Balancieren ihre Grenzen testen. Eröffnung ist am Samstag.

erkrath/düsseldorf „Dort oben entscheidet sich, wer sich aufeinander verlassen kann.“ Dort oben, das bedeutet auf zwölf Metern Höhe auf einem Klettergerüst aus Holzbalken und Drahtseilen. Wer sicher über schmale wacklige Bretter balancieren will, muss darauf bauen können, dass ihn sein Kletterpartner ausreichend sichert. Der Kletterspezialist Guido Scholz hat es sich zur Aufgabe gemacht, einen Abenteuerspielplatz für Erwachsene zu bauen.

Am Unterbacher See, direkt neben dem Eingang zum Freibad Südstrand, entstand der erste Hochseilgarten in Düsseldorf. Innerhalb von zwei Wochen bauten Scholz und sein Team ein überdimensioniertes Klettergerüst aus zwölf bis 14 Meter hohen Baumstämmen, die sie zuvor in der Eifel selbst geschlagen hatten. Die Stämme müssen Belastungen aushalten, wenn künftig viele Kletterer gleichzeitig oben zwischen den Stämmen balancieren. Darum wählte Scholz nur starke Douglasien-Stämme aus, die von Hand entrindet wurden. „Dadurch bleiben die Stämme länger rissfest“, sagt Scholz.

70 Meter lange Seitrutsche

Dafür, dass dort oben zwischen den Baumspitzen keine Langeweile unter den Kletterern aufkommt, hat Scholz gesorgt: Ein Parcour aus dünnen Brettern und Seilen führt von Stamm zu Stamm. Der erste Stamm führt über eine Krampenleiter auf eine Plattform in 8,50Metern Höhe, von dort geht es auf einen Rundweg über mehrere Stationen weiter. Wer wieder hinunter will, braucht dann nicht mehr zu klettern: Eine 70 Meter lange Seilrutsche führt zurück auf den festen Boden. Um im Zweifelsfall nicht in die Tiefe zu stürzen, sind die Besucher immer in Zweierteams unterwegs. Beide seilen sich gegenseitig fest. Dies ist vor allem bei einem der Höhepunkte der Anlage wichtig: beim „Pamper Pole“. Dort springt man von der Suppentellergroßen Baumspitze rund einen Meter in die Tiefe-und wird vom Seil gehalten. „Der Adrenalin-Kick ist auf unserer Anlage garantiert“, verspricht Scholz. Er hat bereits zahlreiche Kletteranlagen aufgebaut, und selbst mehrere Jahre lang die Besucher in anderen Hochseilgärten betreut. Ihn reizt an dem Projekt vor allem, dass der Besucher eigene Grenzen, wie etwa Höhenangst, überwinden kann. „Teamfähigkeit und Nervenstärke sind Dinge, die man dort trainieren kann“, sagt Scholz. Für Sicherheit sorgen grundsätzlich zwei Betreuer auf dem Platz. Einer hilft den Besuchern beim Klettern, einer kümmert sich am Boden um die Gäste.

Dass der Kletterspaß nicht nur Jugendliche, sondern auch Erwachsene anspricht, davon ist der Kletterspezialist überzeugt: „Wir erwarten Firmenausflüge, Jungesellen-Abschiede und Schulklassen“, sagt Scholz. Die ersten Reservierungen hatte er bereits, bevor das Klettergerüst aufgebaut war.

(RP)
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