Wülfrath: Alte Flimmerkiste – tolle Filme

Wülfrath : Alte Flimmerkiste – tolle Filme

Das Open-Air-Kino am Zeittunnel ist ein Erfolg. Fortsetzung ist wahrscheinlich.Nur Sturm und Regen trüben die Zuschauerbilanz etwas. Andrea Gellert lobt die Atmosphäre.

Die Kinoreihe „Tunnelflimmern“ war ein guter Erfolg. Zweimal ausverkauft. Einmal vom Regen erwischt. Einmal mittelprächtig besucht – eventuell wegen des zeitgleichen Länderspiels. „Man sieht, 'Tunnelflimmern’ ist ein Anziehungspunkt. Das erste Wochenende war Klasse! Wie bei jedem Open-Air-Event steht und fällt die Resonanz aber auch mit dem Wetter“, zog Zeittunnel-Leiterin Andrea Gellert am letzten der vier Open-Air-Kinoabende Bilanz.

Beim Film, „Bank Job“, harrten bei Sturm und Regen gerade mal 13 Personen in Regenponchos aus. Bühnenmeister Frithjof Kuhlmann, der für den Ton zuständig war, floss das Wasser in seine Lautsprecherboxen.

Sponsoren sind notwendig

Gellert lobte die Atmosphäre, die besondere Kulisse. „Kino am Zeittunnel stellt eine Bereicherung unseres Programms dar.“ Bei viermal Open-Air müsse man einen Regenabend in Kauf nehmen, meinte auch Mark Rieder, vom Mitveranstalter „Cinopsis, Rieder und Tykwer“. Er habe nichts dagegen, nächstes Jahr wieder Kino zu machen – auch Ende August/ Anfang September. Vorausgesetzt, man bekomme die Sponsoren zusammen und stimme sich über den Preis und die Deckung der Grundkosten ab. „Die Lokalität hier gefällt mit, sonst hätte ich es in diesem Jahr nicht wieder gemacht.“ Wichtig sei vor allem, dass sich das Publikum für „Tunnelflimmern“ begeistert. Rieder räumte ein, dass es in der Auswahl der Filme keine 100-prozentige Gewährleistung gebe, den Geschmack aller zu treffen. „Keinohrhasen“, erfolgreichster deutsche Film des letzten Jahres, sorgte für einen vollen Platz. „Hulk“, in den USA ein Kassenschlager, lockte nur drei dutzend Leute zum Zeittunnel - Länderspiel hin oder her. Im nächsten Jahr wird möglicherweise ein Film für die ganze Familie im Programm sein. Noch ist sich Rieder nicht ganz schlüssig, auf welche Filme die Wülfrather fliegen. „Was wir in Wuppertal beim 'Talflimmern’ zeigen, ist mehr Programm-Kino. Ich weiß nicht, ob das hier ankommt.“

Großes Lob zollte Rieder dem Einsatz der Rockmusiker-Gemeinschaft. „Man kann gut mit denen arbeiten!“ Die WüRGer tauchten den Platz in Scheinwerferlicht - bei „Hulk“ in giftig grünes. Sie packten beim Aufbau der riesigen Leinwand an und brachten jederzeit ihr technisches Knowhow ein.

Für Cineasten war das Film-Vorführgerät vom Team „Brennweite“ (Ralph Olbrich, Viktor Keil), ein zusätzlicher Blickfang. „Geschätzte 50 Jahre alt. Massiv, robust, von großer Vorführsicherheit“, erklärte Olbrich. Das Team setzt das Gerät hauptsächlich bei Open-Air-Kino ein, aber auch bei Kino an ungewöhnlichen Orten, wie beispielsweise in der Wuppertaler Schwimmoper. Den Rahmen für die 60 Quadratmeter große Leinwand hat Olbrich im Übrigen selbst gebaut. Mit einer zusätzlichen Sicherung trotzte er auch dem Sturm Freitagnacht.

(RP)
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