Erkrath: Allen Grund zur Freude

Erkrath : Allen Grund zur Freude

Was mir heilig ist: Fünf Erkratherinnen und Erkrather geben ihre ganz persönliche Antwort: Georg Heinen, Hans Gruttmann, Gisela Schottke, Barbara Hettrich und Thomas Kirchhoff.

Über ihren Lieblingsautor, den schönsten Urlaub oder ihre Lieblingsmusik können Menschen stundenlang sprechen. Die Frage aber, was ihnen ganz persönlich heilig ist, die erfordert oft erst einmal Bedenkzeit. Zwei Erkratherinnen und drei Erkrather haben sich die Zeit genommen.

Für Georg Heinen, Unternehmer und Vorsitzender des Vereins "erkrath initial", der das NEAnderlab unterstützt, ist die Vorweihnachtszeit besonders wertvoll. "Die Stimmung ändert sich. Ich spüre, dass die Menschen etwas gelassener sind und eine größere Bereitschaft zeigen, sich auf andere einzulassen." Weihnachten mache wirklich einen Unterschied. Die Welt halte tatsächlich den Atem an.

So spürt es Heinen, wenn statt der sonst eher minimalistischen bemessenen Geschäftskontakte plötzlich Zeit bleibt, um Dinge abzurunden. Anfang Dezember hat er in Südafrika erlebt, wie bei 31 Grad im Schatten Weihnachtsbäume aufgestellt wurden und sich eine besondere Atmosphäre einstellte. Er findet es zudem schön, wenn in Erkrath aus Saudi-Arabien und dem Iran Weihnachtspost ins Haus flattert. "Unsere Geschäftspartner wissen, dass uns Weihnachten etwas bedeutet." Das schätzt er hoch ein.

Hans Gruttmann, dem Leiter des Gymnasiums Erkrath, sind Gespräche in der Partnerschaft, Familie und mit Freunden heilig. Sie geben ihm Ruhe und Kraft für andere Dinge, holen ihn auf den Boden der Tatsachen zurück. Den schulischen Bereich schließt er mit ein. Das gesprochene Wort sei reflektierter als das schnell per SMS oder Email geschriebene. Deshalb sieht er die Pflege des persönlichen Gesprächs als Aufgabe im Umgang mit Eltern, Schule und Gesellschaft an. Ein Herzensanliegen.

Seit Jahren arbeitet Gisela Schottke als Vorzimmerdame bei Bürgermeister Arno Werner. Was ist ihr heilig, die täglich mit vielen unterschiedlichen Menschen zu tun hat? "Meine Familie", sagt sie klipp und klar und zählt auf: "Meine beiden Kinder, meine vier Enkelkinder, meine pflegebedürftige Mutter, die angeheiratete Familie meines Mannes mit sechs Geschwistern." Alle leben in Alt-Erkrath, haben viel Kontakt untereinander, geben sich Rückhalt und sind einander verlässlich. Und dann sind der Frühaufsteherin noch die Sonntage wichtig, an denen sie in aller Ruhe Kaffee trinken kann und sich an den Computer setzt, um die Ergebnisse ihrer beiden Tipp-Runden zu den Bundesliga-Fußballspielen anzuschauen. Die Festtage will sie mit ihrem Mann auf Teneriffa verbringen.

Dr. Barbara Hettrich, Mitglied der Franziskusgemeinde, hat in der Adventszeit mit der Panflöte so manche Veranstaltung musikalisch bereichert. Für sie ist kein Gegenstand oder Ort an sich schon heilig. Heilig könne für sie nur etwas sein, das auf Gott ausgerichtet ist. Gleich, ob sakral oder profan, diene ein Gegenstand nur dem Selbstzweck, dann sei er nicht heilig. Erst der Verweis auf das Heilbringende mache etwa auch einen ganz normalen Alltagsgegenstand heilig.

"Die christlichen Werte sind mir heilig", betont Dr. Thomas Kirchhoff, 1. Brudermeister der St. Sebastianus-Bruderschaft Erkrath, die 2009 ihr 525-jähriges Bestehen feiert. Diese Werte seien angefüllt mit Zuversicht und machten ihn zufrieden in seinem Leben. Sie müssten in den Familien und der Gesellschaft und auch bei der Integration der Zugewanderten gelebt werden. Dies habe viel mit Weihnachten zu tun. "Wir haben allen Grund zur Freude, denn Gott liebt uns", sagt der Mediziner.

(RP)
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