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Aktion der Kulturvilla: Ist das Kunst oder kann das weg?

Mettmann : Aktion der Kulturvilla: Ist das Kunst oder kann das weg?

Endlich, endlich, endlich, möchte man sagen, können die Kulturschaffenden nach dem harten Lockdown der Corona-Krise wieder kreativ werden. Und so zeigte Constanze Backes jetzt ihre vielfältigen Talente. Sehenswert – auch im Video.

Eine solche Metamorphose ist wohl noch nicht Vielen geglückt: Constanze Backes verwandelte sich von der klassischen Opernsängerin, auf den europäischen Bühnen zu Hause, zum umjubelten Comedianstar. Monatelang war die Kulturvilla wegen der Corona-Krise verwaist, doch jetzt gab das Ordnungsamt grünes Licht und Constanze Backes konnte ihrer Biografie eine weitere, grandiose Gabe hinzufügen. Mit ihrem Partner Felix Janosa, einem glänzenden Pianisten und Komponisten, spulte Backes ein Feuerwerk komödiantischer Brillanz in ihrer Kulturvilla ab, dass einem der Atem stockte.

Das Video, auf dem diese Erlebnisreise basiert und das von einer Filmfirma aus Wuppertal gedreht worden ist, wird die umtriebige, immer voller neuer Ideen steckende Künstlerin zur Bewerbung an der Internationalen Kulturbörse in Freiburg vorstellen. Ein solches Kleinod muss den deutschsprachigen Raum erobern.

Backes kann hochwertiges Kabarett – sie schlüpft in die unterschiedlichsten Rollen; sie singt, schauspielert und parodiert meisterhaft, setzt unterschiedliche Dialekte und Mundarten ein, hat sich dafür von professionellen Spezialisten coachen lassen. Ob wienerisch, ungarisch, sächsisch oder Schwyzerdütsch, da zahlt sich auch ihre große Musikalität aus. Mit der berühmten Frage einer Putzfrau zu Werken von Josef Beuys: „Ist das Kunst oder kann das weg?“ hat Constanze Backes ihre Show betitelt und sie in umwerfender Art umgesetzt.

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Ob ihre Corona Kritik am „lieben Landesvater“ oder der ach so Kunst beflissenen Gabriele Uellendahl, bei der Picasso die Sonnenblumen malte und Monet die Mona Lisa. Sie schaut schon dem Volk aufs Maul, wird aber nie verletzend. Ganz genial kam ihre Kritik an den modernen Inszenierungen klassischer Opern rüber: Humperdinks Oper „Hänsel und Gretel“ wurde nach Auschwitz verlegt und La Bohème musste unbedingt im Drogenmilieu spielen. Damit hat sie sicherlich vielen Opern- und Theaterfreunden aus dem Herzen gesprochen. „Ein Regisseur ist ein Sadist!“ – O-Ton Constanze Backes.

War das ein Grund, dass sich die begeisterte Opernsängerin von diesen Bühnen verabschiedet hat? Dass die vierfache Mutter sich natürlich auch dem Thema „Kinder“ gewidmet hat, war wohl logisch. „Lieber Sohn, ich weiß doch, die Schule!“ Ganz pragmatisch schienen ihre Ratschläge: „Trag dem Lehrer doch seine Tasche, frag ihn, wo er im Urlaub war, schenk ihm dann und wann Pralinen“, hier konnte auch Felix Janosa, der sämtliche Lieder, Chansons oder auch dramatische Ariensequenzen komponiert hatte, den Schalk im Nacken zeigen.

Wie ein Goldrauschengel gekleidet erschien die schauspielernde Humoristin, eine Angestellte des Bauamtes im Erzgebirge, mit großer Begeisterung für das Mittelalter. Dos Sächsische wor wohl gelungen! Die Constanze hat vor nix Angst: Die Szene, in der ihr Lebensgefährte Bodo Herlyn, immer bereit, sich in die Dienste der Künstlerin und der Kunstvilla zu stellen, ihr aus dem Kostüm helfen musste, weil der Reißverschluss klemmte, einfach umwerfend.

Constanze Backes kann reden – dagegen war Edith Hancke ein Bummelzug: ihre Vorstellung der Jägerin nach Sonderangeboten, die zur Multimillionärin wurde, weil sie soviel gespart hatte. Ein wunderschönes Chanson: „Ich brauch Schnäppchen“, die gaben ihrem Leben Sinn, zeigte Stimme. Ein formidables Programm, ein grandioser Pianist und Wegbegleiter, eine ungemein variable, brillante Stimme gepaart mit sensationeller Schauspielkunst, mein Gott, und das alles in Mettmann!