Erkrath: Ärger um Friedhofstoiletten

Erkrath: Ärger um Friedhofstoiletten

Seit Monaten ist die WC-Anlage auf dem Friedhof Kreuzstraße geschlossen. Als Ersatz steht dort seitdem nur ein Dixi-Klo für Männer und Frauen. Besucher sind empört. Sie kritisieren auch andere Mängel.

Der Zustand der Toiletten auf dem Friedhof Kreuzstraße ist schon seit Jahren bedenklich. Der Eingang zu dem Altbau ist verdreckt, das WC und die Waschanlagen sind kaputt, Papier gab es nicht, die Fensterscheiben sind zersplittert. Bisher fehlte der Stadt das Geld für die Sanierung. Als im Winter die Wasserleitungen einfroren und die Waschbecken zerstört waren, sperrte die Friedhofsverwaltung die Anlage komplett.

Seit Februar müssen Besucher des Friedhofs mit einer noch spartanischeren Lösung auskommen: Ein klappriges Plastik-Dixi-Klo steht direkt neben dem geschlossenen Toiletteneingang. Zahlreiche Friedhofsbesucher empört das. "Eine Zumutung", sagt Elisabeth Rommerskirchen, die das Grab ihres Mannes seit zehn Jahren besucht.

"Eine Toilette für Männer und Frauen, die dazu noch völlig verschmutzt ist", kritisiert sie die Entscheidung der Stadt. Außerdem sei diese Billig-Version für ältere Menschen nicht zu nutzen. Von Senioren mit Rollator ganz zu schweigen, sagt Rita Pogrzeba. Sie erinnert an die hohen Gebühren für die Gräber. "Da sollte doch Geld für eine saubere Toilette da sein."

Sanierung kostet bis zu 10 000 Euro

"Ja, das ist ein Problem", sagte Bürgermeister Arno Werner gestern der Rheinischen Post. Die Sanierung der Anlage habe lange Zeit nicht die höchste Priorität gehabt, gibt er zu. Nun aber wird sich das ändern, sagt Brigitte Wessel, Leiterin des städtischen Immobilienmanagements. Anfang Juli beginnen die Sanierungen, die Anlage soll umfangreich renoviert werden. Die Waschbecken müssen erneuert, die Heizlüfter überholt, eventuell auch neue Fliesen verlegt werden, sagt Wessel. Bis zu 10 000 Euro wird das kosten. Ende Juli, hofft Wessel, sind die Toiletten fertig und können wieder öffnen. Das klapprige Dixi-Klo würde dann sofort verschwinden.

Elisabeth Rommerskirchen wird darauf achten. Sie beobachtet seit einigen Jahren die schlechten Verhältnisse auf dem Friedhof Kreuzstraße. Es gebe kaum eine Bank, auf die man sich setzen könne. "Die sind voller Moos."

Vor Jahren bemängelte sie, dass die Räume, in denen sich Angehörige am offenen Sarg von ihren Verstorbenen verabschieden können, in einem erschreckenden Zustand waren: Pfützen auf dem Boden, tropfende Decken, Müll in den Ecken. Nachdem sie die unhaltbaren Zustände der Stadt gemeldet hatte, entschuldigte man sich bei ihr — und erließ ihr die Gebühren. Seitdem können die Angehörigen nicht mehr in einem eigenen Raum, sondern nur noch in der großen Aussegnungshalle Abschied von den Verstorbenen nehmen. "Das ist sehr unpersönlich und nicht geeignet", findet Rommerskirchen.

(RP/rl)
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