Mettmann: Abenteurer an der Leinwand

Mettmann: Abenteurer an der Leinwand

Der Künstler Klaus Mock zeigt in einer Ausstellung in Mettmann 45 Arbeiten.Als der Verwaltungsfachmann vor 27 Jahren das Malen in der Bretagne für sich entdeckt, ändert sich sein Leben radikal.

Bei der Deutschen Bank am Mettmanner Jubiläumsplatz sind 45 Arbeiten des Malers Klaus Mock zu sehen. Bilder, die es wert sind, sowohl mit Abstand als auch aus der Nähe genauer betrachtet zu werden. Denn Klaus Mock, ein in der regionalen Kunstszene weitgehend Unbekannter, ist ein Meister seines Faches. So kann er auch ohne Darstellung typischer Requisiten oder Farben ein überzeugendes Bild vom Frühling mit seiner Wärme und aufstrebenden Lebenskraft zeigen. Aquarellfarben versteht er so einzusetzen, dass sie ihre transparente Strahlkraft optimal entwickeln. Mit pastös aufgetragenen Acrylfarben in Blau-Grautönen kann er nicht nur das Bild, sondern auch das Gefühl für eine von erstem Schnee gebeugte Graslandschaft im kalten Licht einer Dezembernacht vermitteln.

Mit Können und Intuition

Die Bilder aus verschiedenen Schaffensperioden weisen eine deutliche Entwicklung auf. Sie reicht von der gegenständlichen Landschaftsmalerei mit impressionistischem Einschlag im biederen Goldrahmen bis hin zur reinen Abstraktion. Kühne Bildaufteilungen, souveräner Umgang mit dem Faktor Zufall und bewusste Akzente haben Klaus Mock oft mit Können und Intuition vom oberflächlich Sichtbaren zum Wesen der Dinge vordringen lassen. Sein Staunen vor der Erhabenheit der Schöpfung bringt er mit den kreativen Mitteln des modernen Menschen zum Ausdruck.

"Jedes Bild ist ein Abenteuer an dem Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft beteiligt sind", sagt der Maler. Klaus Mock war immer ein Suchender, der sich neben seinem Beruf als Verwaltungsfachmann mit Philosophie und religiösen Schriften auseinandergesetzt hat. Schließlich wird der Suchende selbst gefunden: Von der Malerei. Sie erschließt ihm das Ungesagte und Ungewusste. Als Klaus Mock durch ein zufälliges Urlaubserlebnis mit Freunden in der Bretagne vor 27 Jahren das Malen für sich entdeckt, ändert sich sein Leben radikal. Die Malerei gibt ihm nicht nur ein adäquates Ausdrucksmittel als Suchendem, sondern lässt ihn auch vieles finden. In jeder freien Minute arbeitet er hart an seiner Malerei, beschäftigt sich mit der Kunstgeschichte und baut Kontakte zu Malern auf. Nach seiner Pensionierung studiert er von 1999-2001 an der Fachhochschule Düsseldorf, malt wie ein Besessener und gewinnt immer mehr Freiheit in der Gestaltung.

"Die Kunst ist ein wichtiges Kulturgut, das heute viel zu wenig geachtet wird. Sie ist ein wesentlicher Motor der menschlichen Entwicklung und Kreativität", so Mock. Für ihn selbst, den 70-jährigen Spross des Bergischen Landes, ist sie ganz offensichtlich ein Lebenselixier. Und er lässt den aufmerksamen Betrachter an seinem Zaubertrank teilhaben.

(RP)