Mettmann 40-Meter-Sturz ein Hirngespinst

Mettmann · Den spektakulären 40-Meter-Absturz am Freitag vor einer Woche im Mettmanner Kalksteinbruch hat es nicht gegeben. Das teilte die Polizei am Montag auf Anfrage mit.

 In diesem Steinbruch war der Mann angeblich 40 Meter tief abgestürzt.

In diesem Steinbruch war der Mann angeblich 40 Meter tief abgestürzt.

Foto: Dietrich Janicki

Der 22-Jährige, den Werksmitarbeiter mittags auf einem Felsvorsprung entdeckt hatten, weil er um Hilfe rief, ist allenfalls an anderer Stelle ein paar Meter tief gerutscht und dann auf den Vorsprung gekrabbelt, sagte der Mettmanner Polizeisprecher Ulrich Löhe am Montag. Dabei habe sich der Mann Abschürfungen und Prellungen zugezogen, die weit weniger schlimm waren als anfänglich vermutet.

Der 22-Jährige war am Samstag unter Einsatz von drei Hubschraubern — darunter ein SAR-Rettungshubschrauber der Bundeswehr — und Spezialisten der Düsseldorfer Feuerwehr von dem Felsvorsprung 80 Meter über dem Abgrund geborgen worden.

Offenbar hatte der junge Mann sich nach reichlich Alkoholgenuss auf den Weg in den Kalksteinbruch gemacht. "Dort hat er sich öfter mit Kumpanen auf ein Bierchen getroffen. Das Gelände kennt er gut", sagte Löhe. Danach hatte der Verunglückte nach eigenen Aussagen einen Filmriss. Die erste Erinnerung setzt wieder am Samstagmorgen ein. Seinen Rettern hatte der Mann weisgemacht, er habe einen 40-Meter-Sturz überlebt. Willi Schaefer, Chef des Kalksteinwerks Neandertal, erklärte gestern, dass es durchaus möglich sei, zu Fuß das Plateau unterhalb dem Abhang zu erreichen.

Der Großeinsatz wird den Trunkenbold vermutlich sehr teuer zu stehen kommen. Dietmar Wichmann, Chef der Mettmanner Feuerwehr, dazu: "Der Einsatz eines Feuerwehrautoa kostet pro Stunde 150 bis 300 Euro. Wir waren mit sechs Wagen vor Ort. Dazu kommen 16 Euro pro Stunde für jeden Mann der die Besatzung. Die Summe wird auf jeden Fall vierstellig." Wesentlich teurer dürfte jedoch der Einsatz des Rettungshubschraubers der Bundeswehr werden.