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Mettmann: 300 Menschen protestieren gegen AfD

Mettmann : 300 Menschen protestieren gegen AfD

In der Neandertalhalle hatte die Alternative für Deutschland zu einer Wahlkampfveranstaltung eingeladen. Die Polizei hatte den Eingangsbereich zur Neandertalhalle gestern Abend mit weiß-rotem Flatterband weiträumig abgesperrt.

Unter den Demonstranten waren unter anderem Vertreter beider Kirchen, die Kolpingfamilie, die SPD, die Grünen, die Piraten, Die Linke, das "Bündnis gegen Rechts", die Antifa, Gewerkschaften, aber auch Mettmanner Bürger. Einer von ihnen war Stadtdirektor a.D. Horst Masanek. "Ich finde es wichtig, heute Abend Flagge zu zeigen. Ich will mit meiner Anwesenheit dokumentieren, dass ich nicht auf der Linie der AfD bin."

Die Polizei war mit vier Beamten im Einsatz. Sie musste Demonstranten vor dem Betreten der Halle zurückhalten. Foto: Köhlen Stephan

Mehrere Redner, unter ihnen Superintendent Frank Weber von der evangelischen Kirche, äußerten ihren Unmut über die politischen Ziele der AfD. "Wir stehen für eine vielfältige demokratische und menschenwürdige Gesellschaft, die es nicht nötig hat, sich von Angstparolen und Ausgrenzung leiten zu lassen." Zahlreiche Transparente wurden in die Luft gehalten.

Die Besucher der AfD-Veranstaltung wurden mit einem großen Pfeifkonzert empfangen. Drei junge Demonstranten hielten sich nicht an die Vorgaben der Polizei, schlüpften unter dem Flatterband her und versuchten in die Neandertalhalle zu gelangen. Einer von ihnen wollte den Eingang blockieren und saß vor der Türe der Halle. Nach einer Ansprache der Polizei gingen die Demonstranten aber hinter die Absperrung zurück. Einige Jugendliche hatte eine türkische Fahne mitgebracht und wollten damit dokumentieren, dass auch sie gegen Fremdenfeindlichkeit sind. "Mit der AKP hat das nichts zu tun", sagte einer von ihnen. "Viele Bürger sind heute Abend nicht zur AfD-Veranstaltung gekommen, weil sie Angst vor der Demo hatten", bekannte ein AfD-Mitglied, das als Sicherheitsdienst eingesetzt war. AfD-Landesvorsitzender Marcus Pretzell war unbemerkt durch einen Nebeneingang in die Halle gelangt. Er sprach an diesem Abend zu den rund 80 Besuchern der Veranstaltung in der Neandertalhalle. Die AfD hatte offenbar mit mehr Besuchern gerechnet. "Sie haben das gesamte Foyer gemietet. Wir haben für 150 Leute eingedeckt", sagte Marion Buschmann von der Verwaltung.

(RP)