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Wülfrath: 200 000 Euro minus im Rettungsdienst

Wülfrath : 200 000 Euro minus im Rettungsdienst

Rettungswagen und Krankentransport sind seit 2007 defizitär. Die Stadt will dringend mit den Kassen verhandeln.

Seit fünf Jahren schreibt die Stadt hohe Verluste beim Rettungsdienst. Die Beförderung mit dem Rettungswagen und bei Krankentransporten hat die Stadt allein im Jahr 2010 fast 200 000 Euro Minus eingefahren. Genau genommen: 168 184 Euro bei der Beförderung im Rettungswagen und 25 364 Euro bei den Krankentransporten.

Das muss sich nach Ansicht der Stadt ändern und deshalb sind neue Gespräche mit den Krankenkassen anberaumt. Die zahlen nämlich Fallpauschalen je Einsatz, müssen aber individuell immer wieder mit den Kassen verhandelt werden. Die letzten Kalkulationen, aufgrund derer die Gebührenberechnungen der Einsätze der Wülfrather Rettungs- und Transporteinsätze bezahlt werden, sind lange her.

"Da 1998 die letzte Kalkulation erfolgte, können an dieser Stelle keine Vergleiche mit den geplanten Kosten für dieses Jahr dargestellt werden", heißt es in der Vorlage der Stadt für den nächsten Finanzausschuss. Im Rathaus ist an maßgeblichen Stellen der Unmut bereits deutlich spürbar, dass sich eine Stadt so lange mit alten Kalkulationen zufrieden geben muss.

Im Haushalt 2007 hatte es noch einen kleinen Überschuss von rund 7000 Euro gegeben. 2009 hatte das Defizit schon bei etwa 100 000 Euro gelegen. Die Betriebsabrechnungen 2011 und 2012 werden derzeit unter Hochdruck bei der Stadt ermittelt. Die sollen dann Anfang nächsten Jahren vorliegen. Dann könne man genau sagen, wie die Zahlen sein müssen, um die man mit den Krankenkassen verhandeln muss, sagt ein Rathausmitarbeiter. "Auf der Grundlage dieser Betriebsabrechnungen und der noch zu fertigenden Kalkulation sollen schnellstmöglich die für den Bereich ,Rettungsgebühren erforderlichen Abstimmungsgespräche mit den Krankenkassen durchgeführt werden", heißt es in der Vorlage. Doch es gibt im Rathaus eine Hoffnung.

Neueste Berechnungen lassen für die Jahre 2011 und 2012 deutlich höhere Einsatzzahlen erwarten. Das hieße: Mit mehr Fahrten erhöhe sich die Wirtschaftlichkeit und das Minus kann begrenzt werden. Mittelfristig wird von der Stadt Wülfrath durch den "Arbeitskreis Feuerschutz und Rettungswesen" die Aufstellung einer gemeinsamen Gebührenkalkulation auf Kreisebene angestrebt, welche auch eine Abrechnung über den Kreis beinhalten würde. Dann sollen alle zehn Städte mit einer gemeinsamen Position mit den Krankenkassen verhandeln, um bessere Sätze zu erzielen.

(RP)