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Erkrath: 20 Jahre Lokschuppen

Erkrath : 20 Jahre Lokschuppen

1991 fanden in Hochdahl ein paar Eisenbahnfreunde zusammen und setzten sich das Ziel, das Gebäude vor weiterem Verfall und Abriss zu retten. Heute beherbergt es ein Eisenbahnmuseum und ist eine Stätte für Kunst und Kultur.

Die Idee stammte aus dem Jahr 1988. Damals wurde die Ost-West S-Bahn Linie 8 in Betrieb genommen. Gleichzeitig feierte die erste Eisenbahnstrecke Westdeutschlands ein stolzes Jubiläum: Sie wurde 150 Jahre alt. Im Sitzungssaal der alten Verwaltungsstelle am Hochdahler Bahnhof, das in den 90er Jahren abgerissen wurde, war eine Ausstellung zu sehen.

Dr. Klaus-Dieter Gramatke, Hans-Jürgen Junge und Udo Kampschulte sorgten mit einer Laser-Show für den spektakulären Höhepunkt. Weitere Ausstellungsorte folgten. Der Landrat, die Spitze der Stadt Erkrath, engagierte Bürger, Geschäftsleute und Deutsche Bahn meinten, diese Ausstellung könnte in einem Museum eine ständige Heimat finden.

Am 5. September 1991 wird ein Verein gegründet. Gründungsmitglieder sind Gottfried Bander, Helmuth Günter, Hans-Otto Helpertz, Manfred Janssen, Friedrich Kampschulte, Heinrich Merkel, Karl-Heinz Schoon, Herbert Völz und Gloria Ziller.

Bander erwarb das Lokschuppengelände 1993 von der Bahn. Dann begann eine aufwendige Sanierung. Der Bauunternehmer und Restaurator Meinhard Sucker restaurierte den Lokschuppen. Sucker hatte in den 80er Jahren bereits ein Buch über die Steilstrecke Erkrath-Hochdahl verfasst.

800 Tonnen Schutt beseitigt

Der mit Gottfried Bander befreundete Architekt Manfred Janssen übernahm die Planung und Ausführung. Zunächst wurden 800 Tonnen Schutt vom Gelände entsorgt. Anschließend wurden die Außenfassade repariert und die Feldbrandziegel des Schuppens gereinigt. Der Dachstuhl wurde bis auf die Fetten abgetragen und erneuert. Wilde Anbauten aus den 20-er und 60-er Jahren des vorigen Jahrhunderts wurden abgerissen.

1995 begannen die Innenarbeiten. Der Putz wurde entfernt und die Steine mit Zementputz eingeschlemmt. Die alten Eisenfenster wurden freigelegt und restauriert. Im August 1995 wurden vier Tore eines abgerissenen Lokschuppens in Langenberg nach Hochdahl gebracht und von einem Schreiner instandgesetzt. Der alte Fußboden aus Lava-Basalt-Steinen wurde entfernt und teilweise im Außengelände neu verlegt.

Am 13. September 1997 wurde der Lokschuppen zum ersten Mal geöffnet. 1998 beginnt im August der 1. Erkrather Jazz-Sommer. Eine Ausstellung Erkrather Künstler "KUK" wird eröffnet. Am 24. Mai 1999 wird das Museum eröffnet. Landrat Willi Müser und der Erste Beigeordnete der Stadt Erkrath, Thomas Hendele, sind dabei. Seitdem gilt der Lokschuppen Hochdahl als Ort kultureller Veranstaltungen aller Art und ist heute im ganzen Kreis Mettmann bekannt. Dies ist ein Verdienst vor allem der Ehrenmitglieder Gottfried Bander und Friedrich Kampschulte.

(RP)