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Mettmann: 175 Einwände gegen Road-Stop-Projekt

Mettmann : 175 Einwände gegen Road-Stop-Projekt

Die Stadtverwaltung will bereits im Januar die Ergebnisse des Prüfverfahrens dem Ausschuss vorlegen.

Fachbereichsleiter Kurt-Werner Geschorec von der Stadtverwaltung geht fest davon aus, dass das Gastronomie-Unternehmen Road Stop im nächsten Jahr am Südring bauen kann. Das Planungsbüro ISR in Haan und die Stadtverwaltung prüfen derzeit die 175 Stellungnahmen der Einwender gegen das Bauvorhaben.

"Wir mussten ein 600-seitiges Schriftwerk bearbeiten. Das hat Zeit in Anspruch genommen", sagt Geschorec. Aber für ein ordentliches Verfahren sei es notwendig, jeden Einwand zu prüfen. Im Januar, so Geschorec, soll vermutlich in einer Sondersitzung das Thema im Ausschuss behandelt werden. Wenn alles klappt, könnte der neue Bebauungsplan aufgestellt werden. Die Einwender haben die Möglichkeit, Rechtsmittel einlegen. Das, so Geschorec, könnte zu einer Verzögerung führen. Die Einwender könnten Fehler in der materiellen Überprüfung geltend machen (beispielsweise, ob der Lärmschutz eingehalten wird) oder das B-Planverfahren formal beanstanden.

Die Road Stop GmbH will im Neanderpark am Südring ein Motel, einen Gastronomiebetrieb, eine Veranstaltungshalle, eine Werkstatt und die Verwaltung ansiedeln. Anwohner kritisieren vor allem das Lärmschutzkonzept und den Betrieb der Veranstaltungshalle. Der Aufreger ist die geplante Eventhalle. "Das ist keine riesengroße Halle, sondern ein Raum von etwa 100 Quadratmetern, der zehnmal im Jahr für Veranstaltungen genutzt werden könnte, sagte Geschorec. Der Investor und Inhaber von Road Stop habe trotz der Verzögerungen und Einwände immer noch großes Interesse, sich am Standort Mettmann niederzulassen. "Wir haben vor vier Wochen zusammen gesprochen und er hat uns versichert, bei der Stange zu bleiben", sagt Geschorec.

Die Anwohnergemeinschaft "Schützt 18a" (gemeint ist der Bebauungsplan Nr. 18 a) sei nicht gegen eine Bebauung des Neanderparks. Vielmehr gehe es den Anwohnern um die Beibehaltung des ursprünglichen Bebauungsplanes 18 a. Und der schließe Vergnügungsstätten im Gewerbegebiet aus. Die Stadt wollte dem Unternehmen Road Stop den Weg für eine Ansiedlung ebnen und stellte einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan aus. Der lässt an zehn Tagen im Jahr Veranstaltungen zu, bei denen auch die Lärmschutzwerte überschritten werden dürfen. Anwohner befürchten, dass solche Veranstaltungen sich störend auf das Wohngebiet auswirken werden.

Die Gruppe ist der Meinung, dass es zudem fehlgeleitete Fahrzeuge geben wird, die zumindest nicht im Schritttempo durch das Wohngebiet fahren werden. Auch müsse mit Verkehr an Sonn- und Feiertagen sowie zu Nachtzeiten gerechnet werden, glauben die Anwohner. Sie kritisieren, dass die Messungen, die dem Schallschutzgutachten zugrunde liegen, nicht den Fahrzeugverkehr auf der Marie-Curie-Straße einschließen. Dieser Lärm wirke aber als Immission auf die Anwohner, meinen sie. Die Bürger befürchten, dass ihre Häuser durch die Eventhalle an Wert verlieren.

(RP)