150 Jahre Feuerwehr Mettmann

Nach dem Gottesdienst in der Kirche Freiheitstraße : Pfarrer segnet Feuerwehr-Fahrzeuge

Die Feuerwehr feiert dieses Jahr ihr 150-jähriges Bestehen. Den Auftakt für alle Aktionen bildete ein Gottesdienst.

Ein imposantes Bild bot sich am Sonntagmorgen den Gottesdienstbesuchern der evangelischen Kirche an der Freiheitstraße. Zwei große Feuerwehr-Autos standen vor der Kirchentür. Es waren die Drehleiter und das neue Tanklöschfahrzeug. Der Grund hätte friedlicher nicht sein können. Galt es doch, den Einsatz der Fahrzeuge und die freiwilligen sowie die hauptberuflichen Feuerwehrleute zu segnen. Anlass war die Feier zum 150-jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Mettmann. Der Amtsleiter der Stadtverwaltung für Feuerschutz und Rettungswesen - und damit oberster Berufsfeuerwehrmann in Mettmann - Matthias Mausbach konnte Auskunft geben über den Wert der zwei imposanten Fahrzeuge. Die Drehleiter 1 wurde für 650.000 Euro gekauft und das Tanklöschfahrzeug für 350.000 Euro. Weil es sich dabei um ein Vorführfahrzeug handelt, erhielt die Stadt einen Rabatt von 100.000 Euro. Den ersten Einsatz hatte das Fahrzeug erst kürzlich bei einem Wohnungsbrand in der dritten Etage an der Talstraße.

Der Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Marco Zerweiss war einer der zentralen Organisatoren der Feuerwehr-Festveranstaltung. Begonnen hatten die Vorbereitungen, sagte Zerweiss, mit dem Vorschlag des Zugführers Mike Heimbächer, das Mini-Musical der Mädchenkantorei der evangelischen Kirchengemeinde unter dem Titel „Der barmherzige Samariter“ in einem Festakt aufzuführen. Nachdem der Vorschlag akzeptiert wurde, war der Ort eines zentralen Gottesdienstes für die Feurerwehrleute und ihre Familien klar: Die evangelische Kirche an der Freiheitstraße lud mit Pfarrer Berthold Stark zum Gedenken an die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr vor 150 Jahren ein. Mitgestalter des Gottesdienstes waren der evangelische Notfallseelsorger und Pfarrer Jürgen Draht sowie der katholische Notfallseelsorge-Koordinator Guido Boes. Ohne die Unterstützung und Betreuung dieser Seelsorger wäre die Arbeit der Feuerwehr-Männer kaum mehr denkbar, sagte Pfarrer Stark in seiner Predigt in der vollbesetzten Kirche. Die Kantorin der Kirchengemeinde Roselies Evang hatte mit 25 Mädchen das Musical „Der barmherzige Samariter“ einstudiert. Eigentlich ging es darin auch um den Auftrag der Feuerwehrleute – nämlich um Helfen ohne Ansehen oder Stand der hilfsbedürftigen Person. Evang begleitete am Klavier. Den Rhythmus dazu erzeugte Matthias Jelonek mit seiner Cajon.

Bürgermeister Thomas Dinkelmann zählte in seiner Ansprache im Anschluss an den Gottesdienst die markanten Daten der Mettmanner Feuerwehr auf. Das Gründungsjahr ist 1869. Erst im Jahr 1991 wurde die erste Feuerwehrfrau vereidigt. Inzwischen sind 15 Frauen mit dabei. „Die Wehrleute haben unsere Dankbarkeit verdient“, zitierte Dinkelmann einen früheren Bürgermeister-Kollegen. Für die Herausforderungen der Zukunft wappnen wollen sich die Mettmanner mit dem Bau der neuen Rettungswache in Metzkausen. Oberbrandmeister Oliver Kutter durfte die Drehleiter 1 am Sonntagmorgen vorfahren. Obwohl auf eine Geschwindigkeit von 85 bis 90 km/h gedrosselt, mache „das Fahren viel Spaß“, sagte der Feuerwehrmann.

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